Weit über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die WasserStiftung aus Ebenhausen bei München will das ändern. Satt nur auf die herkömmlichen Möglichkeiten setzt die Stiftung dabei auch auf schwebende Quellen. In vielen trockenen Gebirgs- und Küstenregionen steckt im Nebel enormes Potenzial: Nebelkollektoren könnten Hunderttausende von Menschen mit Trinkwasser versorgen. Entsprechende Projekte gab es bereits und die Ausbeuten waren vielversprechend. Doch leider erwiesen sich die Anlagen als zu empfindlich.
Wind ist wichtig aber auch problematisch
Wind ist für die Funktion der Kollektoren zwar nötig, aber ein zu viel des Guten reißt die Anlagen in Fetzen. Denn wie Plakatwände stellen sich die Netz-bespannten Konstruktionen den Nebelschwaden entgegen. Beim Durchströmen kondensiert das Wasser an den Maschen und tropft dann schließlich in eine Rinne. An vielen Standorten, die sich für diese Art der Wassergewinnung eignen, kommt es allerdings häufig zu hohen Windgeschwindigkeiten, denen die bisherigen Anlagen nicht standhalten konnten.
Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometer die Stunde hält er aus
Der CloudFisher ist nun der weltweit erste Nebelfänger, der Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde aushalten kann. Sollten auch noch stärkere Böen auftreten, dienen Gummiexpander, an denen die Netze befestigt sind als Sollbruchstellen. Bei zu starkem Wind reißen nur diese günstigen, leicht zu ersetzenden Expander. Das kostbare Netz und die Stützkonstruktion bleiben aber unbeschädigt.
Anderthalb Jahre lang erprobte die WasserStiftung gemeinsam mit Forschern der Technischen Universität München das System: Die Versuchsanlagen stehen nach wie vor auf dem Berg Boutmezguida in Marokko. Hier optimierten die Entwickler die Stahlrahmen, Netzaufhängungen und testeten die Wasserausbeute verschiedener reißfester Kunststoff- und Edelstahlgewebe.





