Die Tagung in Bremerhaven wurde anberaumt, weil sich Mitgliedsstaaten der CCAMLR im Oktober 2012 nicht über die Ausweisung der Meeresschutzgebiete einigen konnten. Alle Entscheidungen müssen einstimmig fallen.
Vertreter der Antarcic Ocean Alliance, in der 30 Umweltorganisationen und Persönlichkeiten zusammengeschlossen sind, hoffen, dass auf der Konferenz nun endlich ein einmaliges Schutzgebietes im antarktischen Ozean geschaffen wird.
Der antarktische Ozean ist Heimat für mehr als 10.000 Arten, darunter die meisten Pinguine der Welt, Wale, Seevögel, Koloss-Kalmare sowie der außergewöhnliche Riesen-Antarktisdorsch. Für Forscher ist die Region in zweierlei Hinsicht von zentraler Bedeutung: Als kritische Klimareferenzzone lassen sich an ihr die Auswirkungen des Klimawandels studieren sowie Erkenntnisse gewinnen, wie ein noch intaktes Ökosystem funktioniert.
“Würden beide Vorschläge verwirklicht, entstünde ein marines Schutzgebiet, das doppelt so groß wäre wie alle derzeit bestehenden umfassend geschützten Meeresgebiete und erstmals würde ein derart großes Gebiet von einer multinationalen Gruppe eingerichtet,“ sagt Dr. Rodolfo Werner von Pew Charitable Trusts’ Antarctic Marine C ampaign, einer Nichtregierungsorganisation. Er fordert von den Mitgliedsstaaten der Schutzkommission, globale Verantwortung zu übernehmen und ein dauerhaftes Vermächtnis zu errichten.
Die Antarctic Ocean Alliance will erreichen, dass die Delegierten aus den 24 Mitgliedsstaaten der CCAMLR sowie der EU nicht nur einen, sondern beide in Bremerhaven zur Verhandlung stehenden Vorschläge annehmen. “Die Gewässer sowie die Flora und Fauna der Antarktis stehen derzeit unter wachsendem Druck durch Ölbohrungen, Rohstoffförderung und Fischfang und so haben die Schutzkommission CCAMLR und ihre Mitgliedsstaaten die Chance, zur rechten Zeit das Richtige zu tun, bevor es zu spät ist“, sagt Onno Groß, Direktor von Deepwave.
“Ein solches Vermächtnis hätte einen unermesslichen Wert für den globalen Meeresschutz“, sagt Fabian Ritter, Kampagnenleiter von Whale and Dolphin Conservation (WDC). Nach seinen Angaben haben bislang weltweit über eine Million Menschen den Aufruf zum Schutz der Antarktis unterzeichnet.
Noch sei es schwierig zu sagen, welchen Ausgang das Treffen in Bremerhaven haben wird, sagt Ritter gegenüber natur. “Es gibt starke Gegenstimmen zu den Vorschlägen und es ist in keiner Weise klar, ob vielleicht einer, eventuell beide oder auch keiner der Vorschläge angenommen wird.” Ideal wäre es, “wenn die Vorschläge, so wie sie auf dem Tisch liegen angenommen werden würden”. Wichtiges Detail sei, dass die Meeresschutzgebiete “nicht mit einer Zeitfrist versehen werden, das heißt, dass sie ‘open ended’ eingerichtet werden”. In den Verhandlungen setze man vor allem auf Deutschland, Frankreich, sowie USA und Neuseeland. Schwierige Kandidaten seien Norwegen, Russland und China.





