Tierärzte warnen vor einer neuen und gefährlichen Zeckenart: Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) breitet sich in Deutschland immer mehr aus und überträgt die für Hunde tödliche Erkrankung Babesiose. Dabei werden die roten Blutkörperchen der Tiere befallen und zerstört – vergleichbar mit der Malaria beim Menschen. Babesiose beginnt etwa eine Woche nach dem Zeckenbiss mit hohem Fieber. Dieses wird von Veterinären oft mit Antibiotika behandelt, was die Krankheitserreger jedoch nicht abtötet. Erst wenn durch die zerstörten roten Blutkörperchen das Hämoglobin mit dem Harn ausgeschieden wird und er sich dunkel färbt, erkennen die Tierärzte die Babesiose. Dann ist es jedoch meist schon zu spät, um den Hund mit einem spezifischen Medikament zu retten.
Die Auwaldzecke war ursprünglich in den Feuchtgebieten Ungarns, Österreichs und Südpolens zuhause. Dass sie sich jetzt in Deutschland ausbreitet, führt der Parasitologe Eberhard Schein von der Freien Universität Berlin und andere Wissenschaftler auf die Klimaerwärmung zurück. Zu erkennen sind Auwaldzecken vor allem an einem weißen Schild mit dunklen Flecken auf dem Rücken. Dem Menschen können die Tiere laut Schein nicht gefährlich werden.





