In Deutschland müssen Patienten mit einem leichten Herzinfarkt häufig unnötig lange im Krankenhaus bleiben. Obwohl Studien belegen, dass unkomplizierte Fälle mit geringem Risiko bereits nach 4 Tagen bedenkenlos entlassen werden könnten, blieben Betroffene hierzulande durchschnittlich bis zu 24 Tage in der Klinik. Das ergab eine Untersuchung kanadischer Forscher, über die sie in der britischen Fachzeitschrift Lancet berichten (Bd. 363, S. 511).
Padma Kaul von der Universität Alberta in Edmonton und seine Kollegen analysierten die Daten von mehr als 50.000 Patienten aus den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Belgien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Polen. Diese hatten in den Jahren 1990 bis 1998 an einer von drei Untersuchungen teilgenommen. In den europäischen Ländern wurden geeignete Herzinfarktpatienten fast nie bereits nach wenigen Tagen heimgeschickt. In den USA, Kanada, Australien und Neuseeland dagegen war die Anzahl der frühzeitig Entlassenen im Schnitt deutlich höher.
Mit Abstand am längsten mussten Patienten mit Herzinfarkten ohne Komplikationen in Deutschland im Krankenhaus verweilen: Die Zahl der potenziell unnötigen Krankenhaustage reichte ? auf hundert Patienten gerechnet ? von 65 Tagen in Neuseeland bis zu 839 Tagen in Deutschland.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





