1973 wurde in der US-Hauptstadt Washington das “Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen” (CITES) ins Leben gerufen. Vor fast genau 40 Jahren – am 20. Juni 1976 – trat es auch in Deutschland in Kraft. “CITES ist eines der effektivsten Artenschutzinstrumente, ohne das es Elefanten, Nashörner, manche Raubkatzen und Papageienarten heute vermutlich nicht mehr geben würde “, erklärt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.
Effektiv, aber nicht lückenlos
Inzwischen haben 181 Staaten die Konvention unterzeichnet und etwa 30.000 Pflanzen- und 5.600 Tierarten unter Schutz gestellt. Wegen seiner großen Reichweite, seiner verbindlichen Ein- und Ausfuhrregelungen und der Möglichkeit Handelssanktionen zu verhängen gilt CITES als die effektivste der vorhandenen Artenschutz-Konventionen. “Zum Beispiel ist CITES entscheidend beim Kampf gegen die eskalierende Wilderei und den Elfenbeinhandel”, so Freyer.
Schutz bietet CITES aber nur den Tierarten, die offiziell in die ersten beiden Anhänge des Abkommens aufgenommen werden. Sofern CITES keine Handelsverbote (Arten in Anhang I) oder Handelsbeschränkungen (Anhang II) beschlossen hat, dürfen Tiere und Pflanzen international gehandelt werden – selbst wenn sie stark bedroht sind und auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen.
Und genau das bietet reichlich Stoff für Konflikte: Denn welche Arten in das Abkommen aufgenommen werden, entscheidet die alle zwei bis drei Jahre stattfindende CITES-Konferenz. Dabei geht es häufig alles andere als harmonisch zu, denn bei vielen Tierarten stehen wirtschaftliche Interessen einiger Länder den Naturschutzbemühungen anderer gegenüber. Streit gibt es unter anderem regelmäßig um Elefanten, Löwen, Nashörner und Tropenhölzer.
Streit um Elfenbein, Haie und Co
Schon jetzt ist absehbar, um welche Tierarten und Anträge es bei der nächsten Konferenz vom 24. September bis 5. Oktober 2016 in Johannesburg Diskussionen geben wird. So wollen Simbawe und Namibia alle Beschränkungen für den Handel mit Elfenbein und Elefanten aus ihren Ländern aufheben lassen. Demgegenüber fordern zahlreiche andere afrikanische Länder ein internationales Handelsverbot für Elfenbein sowie einen einheitlichen strengen Schutz aller Elefanten. Derzeit gilt bei CITES kein absolutes Handelsverbot für Elfenbein, sondern lediglich ein befristetes Moratorium, das 2017 ausläuft.
Tauziehen wird es auch bei mehreren Hai- und Rochenarten geben, deren Handel nach Willen einiger Mitglieder stärker beschränkt werden soll, während vor allem asiatische Mitgliedsstaaten dagegen sind – sie sehen die florierenden Absatzmärkte in ihren Ländern bedroht. Die EU, die an der kommenden Konferenz erstmals als eigenständiges Mitglied teilnimmt, gab vor Kurzem bekannt, dass sie Anträge zum Schutz von mehr als 50 weiteren Tier- und Pflanzenarten einbringen oder mittragen will.





