Wie seriös sind die medizinischen Informationen und Angebote im World Wide Web? Eine Hilfestellung zur Bewertung der medizinischen Dienstleistungen im www wollen Wissenschaftler im Rahmen des EU-Projekts MedCERTAIN (Certification and Rating of Trustworthy and Assessed Health Information on the Net) geben. Die Forschungsgruppe “Cybermedizin & e-Health” an der Universität Heidelberg arbeitet zusammen mit zahlreichen europäischen Partnern an einem Gütesiegel für medizinische Webangebote.
Das neue digitales Gütesiegel soll an vertrauenswürdige Informationsanbieter verliehen werden und steht voraussichtlich Mitte 2001 zur Verfügung. Noch arbeiten die Wissenschaftler daran, einheitliche Qualitätskriterien für medizinische Webangebote aufzustellen und die notwendige technische und organisatorische Infrastruktur zur Verleihung des Gütesiegels zu schaffen.
Das Zertifizierungsverfahren soll mehrere Stufen umfassen: Das Level-1-Gütesiegel bekommen Anbieter, die ihre Gesundheitsinformation im Web freiwillig mit Angaben versehen. Aus diesen sollte der Nutzer unter anderem erkennen können, wer hinter dem Inhalt steht, welche Qualifikationen die Autoren der Texte besitzen, welche Sponsoren die Seite finanzieren und ob interne Qualitätssicherung betrieben wird. Für das Level-2-Gütesiegel sind die Kriterien etwas verschärft: Fachleute prüfen die Angaben des Anbieters und checken seine Webseite auf die Einhaltung formeller Kriterien. Ab dem Level-3-Gütesiegel werden Experten und medizinische Fachgesellschaften die Inhalte genauestens unter die Lupe nehmen. Zudem sollen Gesundheitsseiten im Web künftig auch ein Gültigkeitsdatum bekommen.
Almut Bruschke-Reimer und Uni Heidelberg





