Greenpeace hat am Dienstag auf Prince Edward Island (Kanada) gegen die Zucht von genmanipuliertem Lachs protestiert. Aktivisten der Umweltschutzorganisation verhüllten die Fischfarm Aqua Bounty mit einem 500 Quadratmeter großen Banner und verriegelten ihre Eingänge. Auf dem Banner ruft Greenpeace zum “Stopp (von) genmanipuliertem Fisch” auf. Die von Aqua Bounty gezüchteten Lachse wachsen durch einen genetischen Eingriff vier bis sechs Mal schneller als normale Lachse heran.
Greenpeace sieht in den “schnell wachsenden Gen-Fischen eine Bedrohung für ihre Artgenossen”, wie Gentechnik-Expertin Imke Ide von Greenpeace Deutschland in Hamburg erläuterte. Abgesehen von noch nicht geklärten Risiken für den Verbraucher könnten die manipulierten Fische irreversible ökologische Schäden verursachen. Greenpeace befürchtet, dass die kommerziell gezüchteten Fische trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in freies Gewässer gelangen und wilde Fischarten verdrängen werden.
Laut Greenpeace haben führende Meeresbiologen Bedenken gegen die Freisetzung genmanipulierter Fische geäußert. Bereits einige davon könnten eine verheerende Wirkung haben. Demnach sollen nur 60 genetisch veränderte Fische ausreichen, um einen anderen Fischbestand von 60.000 Exemplaren innerhalb von 20 Jahren auszulöschen. In den 90er Jahren sind Greenpeace-Informationen zufolge mehr als 280.000 Lachse und andere Arten aus Fischfarmen in der kanadischen Provinz Britisch-Kolumbien entwichen. Die Lachse von Aqua Bounty produzieren verstärkt Wachstumshormone, die den Reifeprozess ankurbeln.
Die Zuchtstation gehört der US-Firma A/F Protein, die noch in diesem Jahr mit der Zustimmung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA rechnet. In der Zwischenzeit arbeitet das Unternehmen bereits an den nächsten Gen-Fischarten, Forellen, Steinbutt und Hummer mit Veranlagung zum beschleunigtem Wachstum.
dpa





