Globetrotter in Bedrängnis - wissenschaft.de | natur
natur PlusErde & Umwelt
Globetrotter in Bedrängnis
Sie kommen meistens mit der Flut. Wenn die Tide das Nordseewasser landwärts schickt, trägt es ab Februar nebst dem üblichen Getier auch einige Neuankömmlinge mit sich. Glasaale. Die unscheinbaren, etwa sieben Zentimeter langen Schwimmer sind von sehr weit her angereist. Ihre Odyssee begann kurz nach ihrer Geburt in der Tiefe des Westatlantiks und dauerte rund drei Jahre. Jetzt bleiben manche an der Küste, aber die Mehrheit lässt sich für die nächsten Jahre bis Jahrzehnte in Flüssen oder Seen nieder. Hauptsache, das Nahrungsangebot stimmt. Je weiter sie ins Landesinnere vordringen, desto geringer ist die lokale Aalpopulation und desto mehr gibt es für das Einzeltier zu fressen. Das ist wichtig, denn sie müssen schließlich wachsen – jahrelang, bis sie die Rückreise antreten können.
Sie haben noch 2 von 3 kostenlosen Artikeln übrig1/3
Text: Kurt de Swaaf
Sie kommen meistens mit der Flut. Wenn die Tide das Nordseewasser landwärts schickt, trägt es ab Februar nebst dem üblichen Getier auch einige Neuankömmlinge mit sich. Glasaale. Die unscheinbaren, etwa sieben Zentimeter langen Schwimmer sind von sehr weit her angereist. Ihre Odyssee begann kurz nach ihrer Geburt in der Tiefe des Westatlantiks und dauerte rund drei Jahre. Jetzt bleiben manche an der Küste, aber die Mehrheit lässt sich für die nächsten Jahre bis Jahrzehnte in Flüssen oder Seen nieder. Hauptsache, das Nahrungsangebot stimmt. Je weiter sie ins Landesinnere vordringen, desto geringer ist die lokale Aalpopulation und desto mehr gibt es für das Einzeltier zu fressen. Das ist wichtig, denn sie müssen schließlich wachsen – jahrelang, bis sie die Rückreise antreten können.
Früher sprach man vom Glasaal-Einzug als Invasion. Es waren Milliarden, die alljährlich in Europas Gewässer einwanderten, Hunderte Tonnen wurden eingefangen und in ferne Gefilde gebracht, gegessen oder verfüttert. Mancherorts brachten Bauern Glasaale sogar als Dünger auf ihren Feldern aus. Eine solche Verschwendung wäre heute undenkbar, denn der Europäische Aal steht auf der Roten Liste, seit sich seine Population zwischen 1980 und 2010 massiv verringert hat. In Deutschland hat die Fischart mit dem wissenschaftlichen Namen Anguilla anguilla den Status „stark gefährdet“. Schätzungen von Fachleuten zufolge dürfte der Gesamtbestand auf etwa 10 Prozent seiner ursprünglichen Größe geschrumpft sein. Über die Ursachen des Aalschwunds wird noch lebhaft debattiert, ebenso wie über mögliche Schutzmaßnahmen.
Beginn der Aalforschung
„Wir wissen einfach nur sehr wenig über den Aal“, sagt Arjan Palstra, Biologe an der niederländischen Wageningen University & Research und Leiter des Aalreproduktionsprojekts EELRIC. Das mache ein effektives Populationsmanagement enorm schwierig. Trotzdem hat intensive Forschung in den vergangenen Jahrzehnten einiges über Anguillas Leben ans Licht gebracht. Dass die schlangenähnlichen Fische in der sogenannten Sargassosee, einem nordöstlich der Karibik gelegenen Meeresgebiet, laichen, ist seit etwa 100 Jahren bekannt. 1921 wies dort der dänische Biologe Johannes Schmidt zum ersten Mal frisch geschlüpfte Aallarven nach. Die Elterntiere indes fand er nicht. Auch andere Forschende suchten vergeblich nach geschlechtsreifen Aalen. Der endgültige Beweis für eine Laichwanderung in die Sargassosee gelang aber erst 2019/20 mithilfe moderner Technik. Ein internationales Expertenteam hatte auf den Azoren 26 ausgewachsene Aale mit Datensendern ausgestattet und konnte so deren zielstrebige Reise gen Westen verfolgen. Während 25 Tiere auf der Reise verschollen, funkte einer schließlich aus dem Laichgebiet. Der Fisch war genau 366 Tage unterwegs gewesen.
Mehr aus Erde & Umwelt
Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.
Braunbären haben als echte Anpassungskünstler mehrere Eiszeiten überlebt. Eine 3D-Analyse zeigt nun den Grund dafür - er steckt im Unterkiefer.
Erde & Umwelt
Aus Alt mach Neu: Retrofitting macht Dieselbusse zu E-Bussen
8. Juli 2026
Die Verkehrswende ist eine Voraussetzung für die Klimaneutralität. Eine Studie zeigt, wie Dieselbusse klimafreundlich auf Elektroantrieb umgerüstet werden…
Die Fortpflanzung in der Sargassosee ist für Aale stets eine einmalige Angelegenheit. Vermutlich sterben sie schon kurz danach. Ihren Beständen tat das lange keinen Abbruch. In Westeuropa waren die Tiere einst fast allgegenwärtig. Ob Bach oder Poldergraben, Sumpfsee oder breiter Strom: Anguilla bewohnte sie alle. Die Aale drangen sogar über kleine Rinnsale in Teiche vor. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Wasserverschmutzung immer stärker grassierte, schienen sie zunächst nur wenig betroffen zu sein und überlebten oft auch dort, wo andere Fischarten verschwanden. Dann kam 1986 die Sandoz-Katastrophe. Nach einem Großbrand im Chemiewerk bei Basel floss verseuchtes Löschwasser den Rhein hinunter und tötete tonnenweise Fische – vor allem Aale. Fachleute wunderten sich. Die Tiere waren offenbar doch nicht so robust, wie man geglaubt hatte.
In den folgenden Jahren begannen auch anderswo in Europa die Populationen deutlich zu schrumpfen. Aber da gab es keine klar erkennbaren Ursachen. Wissenschaft und Fischereibehörden tappten im Dunkeln.
Das hat sich bis heute kaum geändert, noch immer gibt es zum Aalschwund mehr offene Fragen als Antworten. „Es ist wahrscheinlich eine Kombination aus mehreren Faktoren“, sagt Arjan Palstra. Zum einen leide der Aal mit Sicherheit unter der Gewässerverbauung. Dämme und Stauwehre blockieren in vielen Flüssen den Zugang zu weiter stromaufwärts gelegenen Gebieten. Nicht nur Anguilla, auch andere Wanderfische haben das Nachsehen. Wenn 90 Prozent der Lebensräume praktisch gesperrt sind, kann man auch nur 10 Prozent Populationsstärke erwarten, meint Palstra mit Blick auf den Bestandsrückgang.
Glasaale schaffen es dennoch, diverse Hindernisse zu überwinden. Abgesehen davon bekommen die Kleinen häufig menschliche Hilfe. An den Küsten eingefangen, werden sie für Besatzmaßnahmen zu Gewässern im Landesinneren gebracht und dort wieder freigelassen. So weit, so gut. Für diese Tiere beginnen die Schwierigkeiten allerdings Jahre später. Als ausgewachsene Exemplare wollen sie irgendwann im Herbst wieder zurück ins Meer. Auf der Reise stromabwärts begegnet ihnen jedoch vielerorts eine absolut tödliche Gefahr: Wasserkraftanlagen. Deren Turbinen zersäbeln jedes Jahr unzählige Fische, abwandernde Aale inklusive. Ein gewaltiger Blutzoll.
Vielfache Bedrohungen
Kraftwerke und Dämme gelten gleichwohl nur als Teile eines komplexeren Puzzles. Weitere wichtige, den Fortbestand der Aale bedrohende Faktoren könnten laut Fachleuten Überfischung und Wasserverschmutzung sein. . Zusätzlich leiden viele Populationen unter Befall mit dem Parasiten Anguillicola crassus – einem aus Asien eingeschleppten Fadenwurm, der sich in der Schwimmblase von Aalen einnistet. Dieses Organ ist für die Mobilität der Fische von zentraler Bedeutung, da sie über die Schwimmblase ihren Auftrieb im Wasser regulieren. Die Steuerung hilft ihnen auch, bei der Fortbewegung Kraft zu sparen.
Anguillicola spielt beim Aalschwund keine Hauptrolle, meint Arjan Palstra. Der Parasit töte seinen Wirt nicht. Aber er könne die Fitness und die Wanderfähigkeit verringern. „Tiere, deren Schwimmblasen durch die Infektion beschädigt sind, schaffen die 1.000 Kilometer nicht mehr.“ Ihnen geht im offenen Ozean wohl schlicht die Kraft aus und sie erreichen nie das Laichgebiet.
Eine ähnliche Wirkung könnte von verschiedenen Giftstoffen industrieller Herkunft ausgehen. Solche im Süßwasser aufgenommenen Toxine lagern sich häufig im Fettgewebe der Aale ab. Wenn die Fische dann auf der Rückwanderung in die Sargassosee von diesen Energiereserven zehren, vergiften sie sich möglicherweise selber.
Züchten ist noch keine Option
Der Rückgang bei Anguilla ist bekanntlich kein Einzelfall. Viele andere Fische wie zum Beispiel Störe und Lachse sind ebenfalls rar geworden oder komplett verschwunden. Diese Arten haben allerdings einen entscheidenden Vorteil: Sie lassen sich künstlich vermehren. Mit dem Fischnachwuchs aus Zuchtanstalten können dezimierte Bestände wieder aufgestockt werden und auch Wiederansiedlungen sind so schon gelungen. Beim Aal indes klappt das alles noch nicht. Die Fortpflanzungsbiologie dieser ursprünglich wohl aus der Tiefsee stammenden Spezies ist einfach zu speziell. Und noch wichtiger: Falls gezüchtete und in Europa ausgesetzte Aale den Weg in die Sargassosee nicht finden, können sie nicht zur Erholung der Populationsbestände beitragen, würden aber Habitat und Futter für die natürlich eingewanderten Aale reduzieren.
Doch Arjan Palstra und das EELRIC-Team arbeiten an dem Zuchtproblem und sind schon ziemlich weit gekommen. Dabei hat ihre Forschung nicht nur den direkten Artenschutz im Blick, betont der Biologe, denn es gibt noch eine weitere Herausforderung. Aale sind in Teilen Europas, vor allem jedoch in Ostasien begehrte Delikatessen. Die reguläre Fischerei kann die Nachfrage längst nicht mehr bedienen, also wird nachgeholfen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Mast von wild gefangenen Glasaalen in Großanlagen zu einem eigenen Industriezweig entwickelt. „Die Aquakultur ringt aber mit dem Problem, dass sie von einer sehr begrenzten Quelle abhängig ist“, erklärt Palstra. Sollte es gleichwohl gelingen, den Fortpflanzungszyklus zuchttechnisch zu schließen, könnte man die Aalproduktion von der Natur loskoppeln. Die Wildaale wären dann weniger beeinträchtigt und die Bestände könnten sich besser natürlich entwickeln.
Empfindliche Tierchen
EELRICs Labore sind in einem schmucklosen Zweckbau am Rande des Wageninger Campus untergebracht. Lange Gänge mit weißen Türen, hinter einigen hört man Wassergeräusche. Palstra führt den Besucher in einen spärlich beleuchteten Raum, holt eine Stirnlampe hervor und öffnet den Vorhang in der Mitte einen Spaltbreit. Dahinter steht ein Tisch mit einem wassergefüllten Becherglas. Im roten Schein der Lampe werden winzige glasartige Kügelchen sichtbar. Künstlich befruchtete Aaleier, erklärt Palstra. „Sie sind sehr lichtempfindlich.“ Jedes Ei trägt eine kleinere, deutlich abgegrenzte Sphäre in sich. Das sind Fetttropfen, wie der Forscher erläutert. „Besonders wichtig.“ Das Fett verleihe den Eiern Auftrieb und diene den später frisch geschlüpften Larven als Energiereserve. Ist die aufgebraucht, müssen sich die Kleinen selbst versorgen.
Im Ozean fressen die Tierchen wahrscheinlich Meeresschnee – ein Sammelsurium aus toten Algen, bakterienüberzogenen Kotpartikeln, Schleimfetzen und ähnlichem organischem Material, welches ständig als Flocken in die Tiefsee hinabrieselt. Den gibt es im Labor natürlich nicht. Die Larven gedeihen aber auch gut mit Hai-Eiern, berichtet Palstra. Letztere werden zu einem dünnen Brei püriert und den Aalbabys direkt ins Becken gegeben. „Sie trinken eher, als dass sie essen.“ Auf Dauer reicht die einseitige Flüssigkost allerdings nicht. Spätestens vier Wochen nach dem Schlüpfen brauchen Aallarven eine reichhaltigere Kost.
Ebenfalls an der Zucht von Aalen forschende japanische Wissenschaftler haben dem Futterbrei deshalb extra Proteine, Vitamine und Krill-Extrakt beigemischt. Das funktioniert. Mithilfe dieser Nahrung gelang es den Forschern, Larven von Japanischen Aalen (Anguilla japonica) über gut ein Jahr hinweg bis zum Glasaal-Stadium heranwachsen zu lassen. Zyklus geschlossen. Leider scheint der Europäische Aal anspruchsvoller zu sein. Sein Nachwuchs schafft es bisher nicht, länger von Laborfutter zu leben.
Auch andere Komplikationen behindern die Aufzucht, berichtet Arjan Palstra. Die Babyaale dürfen niemals an die Beckenwände stoßen. Sie verletzen sich dann sofort, bekommen Nekrosen und sterben. „Diese Larven dulden nichts ums sich herum außer Wasser.“ Sie seien absolut pelagisch, sprich frei schwebend. Die Kontrolle des mikrobiellen Umfelds ist ebenfalls essenziell, betont Palstra. Sonst drohen den Kleinen schnell Infektionen. All diese Ansprüche in einen standardisierten Zuchtprozess umzusetzen, bleibt eine enorme Herausforderung.
Langstreckenschwimmer
Größere Fortschritte haben die EELRIC-Experten dagegen bei der Behandlung der Elterntiere erreicht. Aale erlangen die Geschlechtsreife erst auf Wanderschaft. Wenn sie unsere Gewässer verlassen, sind sie quasi noch in der Präpubertät. Für eine künstliche Vermehrung werden aber reife Eizellen und Spermien benötigt. Bei anderen Fischarten gewinnt man diese meist unter Einsatz von Hormonpräparaten, Aale indes erfordern mehr. Ihr Wandertrieb kommt auch sexuell zur Geltung. Der Zug durch den Ozean löst offenbar eine physiologische Kettenreaktion aus, in dessen Folge die Gonadenreife stimuliert wird. Ohne sie bleiben vor allem die Eizellen in einem dürftigen Zustand und die daraus schlüpfenden Larven schwach.
Arjan Palstra und seine Kollegen haben dieses Problem auf äußerst elegante Weise gelöst. Die Biologen schicken ihre Aale auf eine simulierte Reise in den Atlantik. Sie lassen die Fische monatelang in wassergefüllten Röhren kontinuierlich gegen eine exakt gesteuerte Strömung schwimmen. Die Aale leiden nicht unter diesem Extremtraining – im Gegenteil, wie Palstra erklärt. „Wenn sie nach 3.000 Kilometern aus dem Tank kommen, sind sie perfekt.“ In bester körperlicher Verfassung für die Fortpflanzung können sie nun mithilfe von Aal-spezifischen Hormonen behandelt werden.
Glasaal-Handel
Wie lange es noch dauern wird, bis sich Anguilla anguilla tatsächlich im großem Maße nachzüchten lässt, kann derzeit niemand sagen. Der natürliche Bestand hat sich derweil auf einem niedrigen Niveau stabilisiert, sagt Palstra. In der Biscaya, wo alljährig der Hauptzug eintrifft, kämen noch immer sehr viele Glasaale an, „doch der Nachschub trocknet von den Seiten her aus“. Die EU hat den Export der Jungtiere bereits 2011 verboten; die kommerziellen Mastbetriebe haben aber weiterhin einen enormen Bedarf, vor allem in Asien. Kein Wunder also, dass der Schmuggel inzwischen ein lukratives Geschäft ist. Europäische Zöllner fangen regelmäßig ganze Koffer voller Glasaale ab. Im März 2023 zum Beispiel wurde auf dem Amsterdamer Flughafen eine solche Ladung mit Ziel Malaysia beschlagnahmt: rund 170.000 Tierchen mit einem Gesamtgewicht von 54 Kilo. Auf dem asiatischen Markt können sie weit über 1.000 Euro pro Kilo wert sein. Die Behörden ließen die Glasaale in der Natur wieder frei. Jedes Jahr beschlagnahmt Europol einige Tonnen illegal gehandelter Glasaale im Wert mehrerer Millionen Euro – der Handel mit Aalen ist weltweit einer der größten mit bedrohten Arten.
Andere Perspektiven
Anguilla lässt allerdings auch ohne dunkle Machenschaften die Gemüter hochkochen. In der niederländischen Küche nimmt er einen wichtigen Platz ein, Fang und Zubereitung sind gewissermaßen inoffizielles Kulturgut.
Die nun schon seit Jahren geltenden Fischereibeschränkungen verärgern deshalb viele, manche zweifeln ihre Notwendigkeit an. Peter Kooistra, Berufsfischer in Tholen in der südwestniederländischen Provinz Zeeland, ist vorsichtig, macht sich aber Gedanken. Er stellt seine Reusen überwiegend im Zoommeer auf. Der künstliche, über 1.000 Hektar große See ist flach und nahrungsreich – ein ideales Aalgewässer. Die Schleusenverbindungen zum Meer wurden für den Nachwuchs-Zuzug optimiert. „Hier in Zeeland merken wir nichts von zurückgehenden Aalfängen“, sagt Kooistra. Manche seiner Kollegen meinen gar, der Bestand steige in Sprüngen wieder an. Dass stets so wenig Glasaale gefunden werden, sei womöglich ein methodisches Problem, mutmaßt Kooistra. Die Testbefischungen finden immer eine Stunde nach Sonnenuntergang statt. „Das könnte aber der falsche Zeitpunkt sein.“ Vielleicht sollte man sich bei der Beprobung mehr nach den Gezeiten richten. Kooistras Sohn Jan Peter, auch er Berufsfischer, kritisiert zudem die Ortswahl. Die Befischungen fänden immer an denselben Stellen statt. Doch Strömungen und Gewässerstrukturen änderten sich, und damit eventuell auch das Vorkommen der Aale.
Anderswo in Europa steht der Aalschwund gleichwohl außer Frage; die Fischer dort klagen über schlechte Fänge. Trotzdem muss es zumindest noch einige vitale Bestände geben, betont Arjan Palstra. Sonst wäre die natürliche Fortpflanzung längst zusammengebrochen. „Die Frage ist demnach: Woher kommt diese kritische Population?“
Palstra vermutet, dass sie weiter landeinwärts in Flüssen leben könnte, wo generell weniger Aale hinwandern: Bei einer geringen Besiedlungsdichte und gutem Nahrungsangebot wachsen hauptsächlich große, weibliche Exemplare heran, erklärt der Forscher. Diese sind besser für die lange Rückreise gerüstet und produzieren mehr Eier. „Man müsste genau deren Lebensräume schützen“, sagt Palstra. Und ihnen den Weg in den Ozean wieder frei machen. Noch jede Menge Arbeit. //
Erde & Umwelt
Ozeanerwärmung lässt Meerestiere schrumpfen
6. Juli 2026
Meerestiere werden in Reaktion auf Umweltkrisen kleiner, besonders bei einer Erwärmung der Ozeane. Dadurch könnte der aktuelle Klimawandel den marinen…
natur PlusErde & Umwelt
Schutz der Halligen
6. Juli 2026
Auf der Hallig Nordstrandischmoor wird erprobt, wie Halligen durch vermehrte Einschwemmung von Sediment den Klimawandelfolgen besser trotzen können.