Zu dieser Zeit stießen der Indische Kontinent und Eurasien zusammen. Dabei verformten sich unter anderem auch Gesteinsmassen aus wasserlöslichem Gips, wie die Forscher berichten. Gips besteht aus schwefelhaltigem Kalziumsulfat. Durch die tektonischen Prozesse wurden die Gesteinsschichten verstärkt abgetragen und lösten sich im Meerwasser auf.
Genau zu dieser Zeit stieg der Schwefelgehalt des Meerwassers rapide an. Der Grund dafür sei bislang nicht bekannt gewesen. Nach der Untersuchung von Meeressedimenten und Modellrechnungen sehen Wortmann und seine Kollegen erstmals einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen.
Der Schwefel veränderte nicht nur den Nährstoffhaushalt der Ozeane und die darin lebenden Organismen, sondern auch die Zusammensetzung der Atmosphäre. Von Vulkanausbrüchen ist bekannt, dass Schwefelaerosole sich abkühlend auf das Klima auswirken. Es sei daher naheliegend, dass diese durch den Gips ausgelöste Meeresveränderung auch zur zeitgleich beginnenden Klima-Abkühlung beigetragen habe, so die Forscher. Einen ähnlichen Zusammenhang vermuten sie hinter der Klimaabkühlung vor etwa 120 Millionen Jahren.
Dass sich Gipsablagerungen schnell bilden und auch wieder abgetragen beziehungsweise aufgelöst werden können, ist schon lange bekannt. Welche Auswirkungen diese Prozesse auf die Zusammensetzung der Meeres-Chemie und auch auf das Klima haben, sei bisher übersehen worden, sagt Wortmann.
Science, doi:10.1126/science.1220656





