Kinder, die im Kindergartenalter von ihren Eltern geschlagen werden, entwickeln sich oft zu aggressiven Schülern. Dies geht aus einer Studie von Wissenschaftlern der Lehigh University in Bethlehem (Pennsylvania) hervor, die in der Februar Ausgabe von “Child Maltreatment” veröffentlicht wurde.
Roy C. Herrenkohl und M. Jean Russo haben etwa 400 Kinder untersucht: 1976-77 sammelten sie Daten von 457 Vorschulkindern und ihren Familien. 1980 und 1982 untersuchten sie dieselben Kinder erneut, von denen noch 374 erreichbar waren. Die Kinder waren jetzt zwischen 6 und 11 Jahren alt. In beiden Durchgängen führten die Wissenschaftler Interviews mit den Eltern durch und beobachteten die Interaktion zwischen Eltern und Kindern. Ihr Hauptaugenmerk lag bei der Frage, ob sich Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern, die geschlagen werden, und solchen, die ohne Schläge aufwachsen, nachweisen lassen.
“Eine übermäßig starke körperliche Disziplinierung in früher Kindheit ist eine Form von Gewaltverhalten, das in einer Zeit erfahren wird, wenn das Kind beginnt mit der Welt zu interagieren. Die Erfahrung von harter körperlicher Disziplinierung terrorisiert und demütigt das Kind. Hinzu kommt, dass dem Kind ein Gefühl der Wertlosigkeit vermittelt wird und ihm gleichzeitig ein Modell geliefert wird, wie man in sozialen Interaktionen miteinander umgeht,” resümieren die Forscher ihre Erkenntnisse.
Herrenkohl und Russo weisen aber auch darauf hin, dass auch ein von Gewalt beherrschter Umgang zwischen Eltern und Kindern nicht unabänderlich ist. Sie zitieren mehrere Studien, die deutlich machen, dass ein frühzeitiges Interventionsprogramm die Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern nachhaltig verbessern kann.
Doris Marszk





