Ein fehlendes Enzym steht im Verdacht, den plötzlichen Kindstod zu verursachen, berichten Wissenschaftler der Wake Forest University School of Medicine in der Fachzeitschrift The Journal of Clinical Investigation. Das Enzym stellt normalerweise Energie aus Fettsäuren sowohl für das Herz, als auch für Skelettmuskeln und den Leberstoffwechsel zur Verfügung.
Das Forschungsteam um Jamal A. Ibdah demonstrierte den Effekt des Enzyms mit dem Namen mitochondriales trifunktionales Protein an so genannten Knock-Out-Mäusen, die das Protein nicht herstellen konnten. Diese Tiere wiesen einen niedrigen Blutzuckerspiegel auf und verstarben sechs bis 36 Stunden nach ihrer Geburt plötzlich.
Auch in der humanen embryonalen Entwicklung könnte sich das Fehlen dieses Enzym negativ auswirken. Das fötale Wachstum ist dann verzögert, es tritt ein niedriger Blutzuckerspiegel auf und die Kinder sterben plötzlich. Zum Überleben scheint dieses Protein somit essentiell zu sein. Fehlt das Protein, können keine Fettsäuren mehr abgebaut werden, sondern häufen sich an. Die Wirkung ist toxisch und führt möglicherweise zu Herzrhythmusstörungen und Atemstillstand.
Schon während der Schwangerschaft stellt das Protein dem Fötus wichtige Energie zur Verfügung. Bislang dachten die Forscher, dass die Mutter das Kind ausreichend mit Nährstoffen versorgen würde. Doch für zeitgemäße Entwicklung scheint dieses Protein bereits im Mutterleib eine wichtige Rolle zu spielen.
Dr. Dagmar Knopf





