Geld allein macht zwar nicht glücklich, doch im Fall einer schweren Krankheit verleiht es Sicherheit und damit mehr Wohlbefinden. Das haben amerikanische Forscher in einer Studie gezeigt, in der sie untersuchten, wie wichtig im Krankheitsfall die finanzielle Sicherheit ist.
Für ihre Untersuchung befragten die Psychologen während neun Jahren 478 ältere Amerikaner, jeweils vor und nachdem sie schwer erkrankt waren. Dabei definierten die Forscher als “krank”, wer nicht mehr gehen und vom Bett aufstehen, oder wer nicht mehr alleine essen oder sich anziehen konnte. Entsprechend ihrem Eigenkapital teilten die Forscher die Probanden in zwei Gruppen auf.
Reiche kranke Menschen fühlen sich wesentlich besser, glücklicher und weniger allein als kranke Menschen, die arm sind, ergab die Untersuchung. Frühere Studien hatten gezeigt, dass die Wirkung von Medikamenten auch vom seelischen Wohlbefinden des Patienten abhängt. Fühlen sich arme Patienten also trauriger und einsamer, sprechen sie eventuell auch weniger gut auf Medikamente an als reiche.
Trotzdem betonen die Forscher, dass Reichtum einen kranken Menschen jedoch nicht vor einem seelischen Tief bewahrt. Wohlhabende Menschen hätten zudem oft eine andere Biographie und andere Charaktereigenschaften, die ihnen zum Reichtum verholfen hatten und sie vielleicht auch resistenter gegen Krankheiten machten. Doch die Studie zeige zum ersten Mal, dass der Reichtum möglicherweise das Leiden kranker Menschen abschwächen kann. Die neuen Erkenntnisse könnten auch einen Einfluss darauf haben, wie Menschen ihre Ersparnisse anlegen oder ihre Pension planen, und wie die Regierung Programme schafft, welche die Sicherheit von kranken Menschen absichern sollen.
Dylan Smith ( Universität von Michigan, Ann Arbor) et al: Psychological Science, kommende Ausgabe.
ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi





