Text: Kurt de Swaaf
In Sachen Pünktlichkeit macht man ihnen nichts vor – solange das Wetter halbwegs mitspielt. Dann setzen sich jeden Morgen, just 45 Minuten vor Sonnenaufgang, die Amselmännchen der Nachbarschaft auf ihre Singwarten und begrüßen klangvoll den beginnenden Tag. Es ist eines dieser ganz normalen Naturwunder, die wir meist viel zu wenig beachten. Dabei ist der Amselgesang für menschliche Ohren besonders wohlklingend. Die Lieder der schwarzen Vögel wirken melodischer und sanfter als beispielsweise die oft eher dahingeschmetterten Arien der berühmten Nachtigallen. Zudem sind Erstere viel weiter verbreitet. Egal, ob Großstadt oder urwüchsiger Wald: Turdus merula, der gefiederte Sänger, tritt fast überall auf. So kann jeder von uns in den Genuss seiner Stimme kommen.





