Neues Verfahren liefert präzise Daten
Amerikanische Forscher haben einen Weg gefunden Änderungen von Gehirnaktivitäten, die Gedächtnisstörungen verursachen, frühzeitig festzustellen. Dies ist sogar möglich noch ehe ein struktureller Schaden im Gehirn feststellbar ist. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlichten Scott Small von der Abteilung Neurology am Columbia University College of Physicians & Surgeons und seine Mitarbeiter im Fachblatt Neuron.
Ein neues, hochauflösendes MRI (Magnetresonanztomographie)-Verfahren kann Änderungen der Aktivitäten in den Unterbereichen des Hippocampus zeigen, einem für das Lernen und Gedächtnis wichtigen Gehirnbereich. Diese Variante der bekannten Technik des functional magnetic resonance imaging ( fMRI), einem bildgebenden Verfahren, bei dem sich lokale Veränderungen der Gehirnaktivität sichtbar machen lassen – könnte bei der Diagnose von Gedächtnisstörungen mit verschiedenen Ursachen helfen. Damit wären wirksamere Behandlungen von Gedächtnisverlust schon im Frühstadium möglich. Auch eine frühe Alzheimer-Diagnose wäre denkbar.
FMRI ist eine Technik, die bislang in der Beobachtung von aktiven Bereichen im Gehirn häufig eingesetzt wird. “Bisher wurde, um eine schnelle zeitliche Auflösung zu bekommen, auf die räumliche Auflösung verzichtet”, so Small. Mit der neuen Methode ist es nun möglich, auch eine räumliche Auflösung der Gehirnaktivität zu bekommen. Das herkömmliche fMRI macht genaue Angaben darüber, welche allgemeinen Gehirnregionen während einer Aufgabe in Anspruch genommen werden. Mittels der gängigen Methode kann aber nicht die genaue Aktivität in kleinen Regionen des Gehirns bestimmt werden. Dies scheint jedoch für die Frühdiagnostik von krankhaften Gedächtnisstörungen relevant zu sein.
Bestimmte anatomische Veränderungen im Hippocampus sind typisch für fortgeschrittene Stadien einiger Formen von Gedächtnisverlust. Dennoch sind erkennbare Strukturveränderungen in Frühstadien, wenn die geistige Beeinträchtigung beginnt, noch nicht feststellbar. “Wenn ein älterer Patient leicht vergesslich ist, können wir nicht sagen, ob es normal oder krankheitsbedingt ist,” sagt Small. “Mit diesem neuen Verfahren, können wir Alzheimer wahrscheinlich genauer diagnostizieren. Wir haben die Möglichkeit, exakt zu bestimmen, welcher Teil des Hippocampus nicht normal arbeitet. Auf diese Weise haben wir früher als bisher Anhaltspunkte für den Ursprung des Gedächtnisverlustes und wissen so, wie man den Patienten am besten behandelt.”
Bisher haben die Wissenschaftler diese Technik an Mäusen getestet. Sie konnten Aktivitätsänderungen in den Gehirnen genetisch veränderter Mäuse, denen ein altersbedingter Gedächtnisverlust moduliert wurde, mit dem neuen Verfahren feststellen. Small sieht in der neuen Methode ein potenziell wertvolles Werkzeug für die Diagnose von Gedächtnisstörungen mit verschiedenen Ursachen. “Dies belegen die bisher an den Mäusen gewonnenen Daten,” betont er.
Nicole Waschke





