Am morgigen Freitag beginnt in Hamburg der G20-Gipfel – das Treffen der weltweit größten Wirtschaftsmächte. Die 20 dort durch ihre Vertreter repräsentierten Staaten erwirtschaften zusammen mehr als vier Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und decken rund drei Viertel des Welthandels ab. Fast zwei Drittel der Weltbevölkerung lebt in einem der G20-Staaten. Und: Die G20-Staaten stehen für mehr als 80 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen.
Aus diesem Anlass haben Forscher der finnischen Lappeenranta Universität im Auftrag von Greenpeace nun untersucht, wie es in den G20-Staaten mit der Stromerzeugung aussieht – und welche Rolle die erneuerbaren Energien dafür spielen. In der Studie verglichen die Experten auch die Stromerzeugungskosten für erneuerbare Energien mit denen konventionellen Energien inklusive externer Kosten beispielsweise für Rückbau oder die Treibhausgas-Emissionen.
Erneuerbare schon heute in vielen G20-Staaten profitabler
Das Ergebnis: In rund der Hälfte der G20-Staaten ist Strom aus erneuerbaren Energien schon jetzt billiger oder zumindest gleich teuer wie Strom aus Kohle oder Atomkraft. Windparks erzeugen schon seit 2015 in weiten Teilen Europas, in Südamerika, den USA, China und Australien den günstigsten Strom, wie die Studie belegt. Auch die Photovoltaik holt rasant auf und hat in vielen Teilen der Welt bereits die Konkurrenz überholt. Dies zeigt sich bei aktuellen Auktionen und weltweit abgeschlossenen Kaufverträgen für Solarstrom, wie die Forscher berichten.
“Klimaschutz wird in den G20 immer wirtschaftlicher”, sagt Greenpeace Energieexperte Tobias Austrup. Die Subventionierung und weitere Nutzung fossiler Brennstoffe und der Atomkraft in vielen G20-Ländern sei unter diesen Gesichtspunkten auch wirtschaftlich nicht mehr zu rechtfertigen. “Wer heute noch Geld in Kohlemeiler und Atomkraftwerke steckt, investiert in Technik, die morgen nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Vom G20-Gipfel muss ein klares Signal zum raschen Ausbau der Erneuerbaren ausgehen”, so Austrup.
Spätestens ab 2030 sind Sonne und Wind überall günstiger
Die weltweiten Investitionen folgen dieser Kostenentwicklung: Im Jahr 2016 wurden nach UN-Angaben etwa doppelt so viel in erneuerbare Anlagen investiert wie in konventionelle Kraftwerke. Etwa 55 Prozent der neuen Stromkapazitäten basierten im vergangenen Jahr auf erneuerbare Energien – ein Rekordwert. Der Grund sind auch hier die sinkenden Preise: So sanken die Kosten für ein Windkraftprojekt in Marokko auf etwa 26 Euro pro Megawattstunde. In Abu Dhabi wurden im vergangenen Jahr 24 Euro pro Megawattstunde für ein Solarkraftwerk geboten.





