Indische Wissenschaftler haben ein menschliches Gen in das Erbgut einer Fruchtfliege eingebaut. An dem genetisch veränderten Insekt wollen die Forscher künftig neue Arzneien zur Behandlung von Darmkrebs auf ihre Wirksamkeit testen.
Poonam Bhandari und sein Kollege L.S. Shashidhara vom Centre for Cellular and Molecular Biology (CCMB) in Hyderabad pflanzten Fruchtfliegen das APC-(Adenomatous Polyposis coli)-Gen ein. Eine Mutation des Gens ist Ursache für die sehr seltene, so genannte familiäre adenomatöse Polyposis. Im Verlauf dieser Erkrankung wachsen zahlreiche entartungsgefährdete Polypen im Dickdarm. Ohne Behandlung kann sich bereits in jungen Jahren Darmkrebs entwickeln.
Die transgene Fruchtfliege könnte zur rascheren Entwicklung von neuen Krebsmedikamenten beitragen und lange und teure Arzneimitteltests überflüssig machen. Die Fliegen vermehren sich so schnell, dass sich in vier Wochen an drei verschiedenen Generationen Tests durchführen lassen. Dies könnte Pharmafirmen Zeit und Geld sparen, so Lalji Singh, Direktor des CCMB. Die Wissenschaftler berichten über ihre Versuche im Fachblatt “Oncogene” (Vol. 20, Nr. 47, Seiten 6871-6880).
Almut Bruschke-Reimer





