Frauen halten bei einem leichten Auffahrunfall ihren Kopf stabiler als Männer. Das haben französische Wissenschaftler in einer Studie mit mehr als hundert Freiwilligen herausgefunden. Die meisten Frauen hielten bei einem unerwarteten Stoß von hinten oder von der Seite ihren Kopf aufrecht, während die Köpfe der Männer um bis zu 30 Grad nach vorn oder zur Seite kippten, berichtet das Fachmagazin “Nature” in seiner Online-Ausgabe.
Wir dachten zuerst, sie machen das mit Absicht, erzählt Nicolas Vibert vom “Laboratory of Neurobiology of Sensorimotor Networks” in Paris vom ersten Test mit 24 Probanden. Dabei wurde ein Aufprall mit einer Geschwindigkeit von nur zwei Kilometern in der Stunde simuliert. Nachdem Frauen und Männer so unterschiedlich auf den Stoß reagierten, wollten die Wissenschaftler sichergehen und untersuchten das Phänomen mit hundert weiteren Freiwilligen.
Da Frauen bei Autounfällen häufiger ein Schleudertrauma erleiden als Männer, kommt das Resultat für viele Unfallforscher überraschend. Allerdings setzten die Wissenschafler die Versuchspersonen nur sehr schwachen Stößen aus ? schwächer als bei den meisten Autounfällen mit Verletzen. Die amerikanische Unfallforscherin Emily Keshner von der Northwestern-Universität in Chicago erklärt das Ergebnis damit, dass Frauen eher versuchen, ihren Körper zu schützen und sich daher stärker anspannen.
Ulrich Dewald





