Der in vielen Plastikprodukten enthaltene Stoff Bisphenol A (BPA) kann schon in geringen Dosen bei Mäusen Veränderungen des Erbguts auslösen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Fachmagazin “Current Biology” (Nr. 13, S. 546) veröffentlichte Studie amerikanischer Wissenschaftler. Ob BPA beim Menschen ähnlich wirkt, sei nicht bekannt, sagen die Forscher um die Genetikerin Patricia Hunt von der Case Western Reserve University in Cleveland. Dennoch seien die Ergebnisse beunruhigend.
Der möglicherweise genschädigenden Wirkung des Stoffs auf die Spur gekommen sind die Wissenschaftler, nachdem ihnen an Labormäusen eine ungewöhnlich große Zahl genetischer Defekte aufgefallen war. Die Forscher führten dies auf in den Kunststoffkäfigen und Wasserflaschen aus Plastik enthaltenes BPA zurück, das sich beim Reinigen der Käfige mit einen scharfen Reinigungsmittel aus dem Kunststoff löste.
Selbst geringe Dosen der Substanz führen zu einem signifikanten Anstieg der Gendefekte in den Eizellen der Mäuse, fanden die Wissenschaftler in weiteren Versuchen heraus. Gestört sei die Zellteilung in den Eizellen, was zu falschen Chromosomenzahlen und damit zu Fehlbildungen führen kann.
Das vor allem im Polycarbonaten enthaltene BPA steht bereits seit längerem im Verdacht, eine östrogenähnliche Wirkung zu besitzen und dadurch die Entwicklung der Geschlechtsorgane zu beeinflussen. Das Umweltbundesamt hat daher bereits mehrfach dazu aufgefordert, die Verwendung der Chemikalie in Babyflaschen und Verpackungen für Lebensmittel einzuschränken.
ddp/bdw – Felicitas Eckrich





