Amerikanische Mediziner haben erstmals direkt die Hirnaktivität von Ungeborenen beobachtet. Ein speziell entwickelter Tomograph zeichnete die Reaktion im Gehirn der Ungeborenen auf, während die Forscher einen Lichtimpuls durch die Bauchdecke der Mutter schickten. Allerdings reagierten bei den Versuchen nur drei von zehn Föten auf das Licht. Möglicherweise haben die anderen gerade geschlafen, berichtet das amerikanische Institut für Neurologische Krankheiten in Bethesda.
Ziel der Studien sei, bei Risikoschwangerschaften das Kind besser zu beobachten, erklärten die Forscher um den Mediziner Curtis Lowery. Das könnte zum Beispiel bei Müttern mit Bluthochdruck oder bei Zwillingsschwangerschaften hilfreich sein. Mit bisherigen Methoden, etwa dem Abhören des Herzens, könne eine mögliche Gefährdung des Gehirns durch Sauerstoffmangel leicht übersehen werden.
Lowery und sein Team haben daher einen speziellen Tomographen entwickelt, in dem die Schwangeren aufrecht sitzen können, während der Bauch durchleuchtet wird. Um dem Gehirn des Ungeborenen während der Untersuchungen einen Reiz zu bieten, haben die Forscher einen Lichtstrahl auf die Bauchdecke der Mutter gerichtet, der etwa zehnmal schwächer war als Sonnenlicht an einem himmelblauen Tag.
Entsprechende Untersuchungen können jedoch erst ab der 24 Woche durchgeführt werden, erklärt Curtis. Erst dann besitzt das Auge eine Verbindung zur Großhirnrinde.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





