Wissenschaftler des Cedars-Sinai Medical Centers in Los Angeles haben einen Parkinson-Patienten bisher erfolgreich mit Stammzellen aus seinem eigenen Gehirn behandelt. Ein Jahr nach der Transplantation von Nervenzellen aus Stammzellen zeigt der Mann kaum mehr Symptome der Krankheit, berichten Michael Levesque und seine Kollegen auf der Jahrestagung der American Association of Neurological Surgeons in Chicago.
Levesque isolierte adulte Stammzellen aus dem Gehirn des Mannes, der bereits im Alter von vierzig Jahren an Parkinson erkrankt war. Nach einigen Monaten entwickelten sich im Labor in einer bestimmten Nährlösung aus den Stammzellen dopaminerge Nervenzellen. Das sind Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Bei der Parkinsonschen Krankheit sterben diese Nervenzellen ab und es wird nicht mehr genügend Dopamin produziert. Dopamin spielt eine wichtige Rolle in der Koordination der Körperbewegungen. Stammzellen sind die so genannten Masterzellen des Körpers. Sie haben die Fähigkeit, sich in verschiedene Arten von Körperzellen zu entwickeln.
Die Wissenschaftler pflanzten die im Labor herangezogenen dopaminergen Nervenzellen wieder in das Gehirn des Patienten. Bereits drei Monate nach der Transplantation war der Dopaminspiegel im Gehirn des Mannes um 58 Prozent gestiegen. Sechs Monate nach dem Eingriff verzeichneten die Ärzte eine deutliche Verbesserung der motorischen Fähigkeiten des Patientens. Ein Jahr später waren die typischen Parkinson-Symptome wie Muskelzittern und -steifheit fast verschwunden.
Mittlerweile, zwei Jahre nach dem Eingriff, ist die Dopaminproduktion wieder auf das Level zurückgegangen, das zu Beginn der Behandlung festzustellen war. Dennoch sind die Symptome der Krankheit bisher nicht wieder aufgetreten. Levesque kann über die Gründe hierfür nur spekulieren: Es könnte möglich sein, dass die Symptome erst nach einiger Zeit wieder auftreten, nachdem die Dopaminproduktion erneut eingestellt wurde. Es könnte aber auch sein, dass die Gehirnscanns, mit denen die Wissenschaftler die Dopaminproduktion im Gehirn überprüfen, nicht alles sichtbar machen, was im Gehirn vor sich geht. Oder es sind noch weitere Nervenzellen in die Parkinsonsche Krankheit involviert, die man bisher nicht berücksichtigt hat, so Levesque.
Dennoch hält Levesque das Experiment für gelungen und wegweisend. Es sei der erste Fall, der zeigt, dass eine viel versprechende Technik auch funktioniere. Jedoch müsse das Experiment erst weiterentwickelt und getestet werden, bevor es zu einer anerkannten Technik werde, betont er. Laut dem New Scientist ist das Ergebnis des Experimentes jedoch nicht gesichert. Die Prozedur wurde bisher erst an einem Patienten durchgeführt und die Langzeitwirkungen seien noch nicht absehbar.
Nicole Waschke





