Nicht schlechtes Licht, sondern der Computerbildschirm sollte besorgte Mütter auf den Plan bringen: Eine Studie kalifornischer Forscher zeigt eine direkte Verbindung zwischen Computernutzung und Sehproblemen bei Kindern. Demnach belasten bis zu dreißig Prozent der US-amerikanischen Kinder, die Computer in der Schule oder daheim nutzen, ihre Augen übermäßig. Die Untersuchung zeigt auch einen engen Zusammenhang zwischen Kindern, die viele Stunden vor dem Rechner sitzen und früh eintretender Myopie (Kurzsichtigkeit).
Es ist belegt, dass über siebzig Prozent erwachsener Computernutzer an einem Leiden namens Computer Vision Syndrom (CVS) leiden, das aus stundenlangem Starren auf Computerbilder oder Pixel resultiert, erklärt Pia Hoenig von der School of Optometry der University of California in Berkeley. “Jetzt wissen wir, dass CVS auch Kinder betreffen kann, die in vielen Fällen Computer benutzt haben, seit sie laufen können.” Hoenig stellte ihre Ergebnisse im Rahmen der Vision Expo East in New York vor. Um bessere Beweise für den Zusammenhang zu finden, seien weitere Studien unumgänglich.
Kinder sind aus mehreren Gründen durch Augen-Überlastung gefährdet, so die American Optometric Association (AOA). Zum einen hätten sie noch eine nur eingeschränkte Selbstwahrnehmung – sie könnten Stunden ohne Pause vor dem Rechner verbringen, was für die Augen eine große Belastung sei. Auch ignorierten sie Sehprobleme oft, weil Augen oder Hirn noch flexibel genug sind, Sehfehler zu kompensieren. Und zum anderen böten die Rechner für Kinder oft einen unkomfortablen Blickwinkel, weil sie für Erwachsene konzipiert seien. Idealerweise sollte man den Bildschirm leicht schräg von oben betrachten, aus einem 15 Grad-Winkel, sowie aus einem Abstand von rund einem Meter.
Dörte Saße





