Italienische Wissenschaftler haben einen Scanner entwickelt, der Krebs im Körper aufspüren kann. Das Gerät ähnelt den tragbaren Detektoren, wie sie zur Passagierkontrolle am Flughafen genutzt werden. Es wird über den Körper geführt und kann in kurzer Zeit Tumoren von gesundem Gewebe unterscheiden, berichtet die Zeitschrift “New Scientist” (Ausgabe vom 14. Juni).
Der Scanner besteht aus einer weißen Kunststoffröhre, in der sich eine Antenne befindet, die Mikrowellen bestimmter Frequenzen aussendet. Gleitet der Stab nun über den Körper, treffen die Mikrowellen auf das Gewebe und bringen es zum Schwingen. Diese so genannte Resonanzschwingung überlagert sich mit den einfallenden Wellen. Das Ausmaß dieser Wechselwirkung wird durch eine weitere Antenne im Scannerstab aufgenommen. Tumorgewebe zeigt bei dieser Überlagerung eine typische Resonanzfrequenz, konnten Clarbruno Vedruccio von der Universität in Bologna und seine Kollegen zeigen.
In zwei klinischen Studien wurde die Wirksamkeit des neuen Scanners bisher bewiesen: Prostatakrebs konnte in 93 Prozent, Brustkrebs in 66 Prozent der Fälle entdeckt werden. Da das Verfahren keinen Eingriff in den Körper erfordert und ausgesprochen schnell, empfindlich und vergleichsweise billig arbeitet, eigne es sich ausgezeichnet für Massenuntersuchungen, erklären die Wissenschaftler. Weitere Versuche in anderen Krankenhäusern sollen die viel versprechenden Ergebnisse weiter bestätigen. Die Forscher hoffen, den Scanner noch dieses Jahr auf den Markt bringen zu können.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





