Die menschliche Sprache hat sich im Verlaufe der Evolution aus dem Gestikulieren entwickelt. Darauf deuten Versuche an Menschenaffen, wie amerikanische Forscher im Fachmagazin “Nature” (Ausg. 414, S. 505) berichten.
Die Hirnforscher Claudio Cantalupo und William D. Hopkins von der Emory Universität in Atlanta untersuchten in Schimpansen, Bonobos und Gorillas ein Zentrum der Broca-Region im Gehirn. Beim Menschen steuert dieses Zentrum die Artikulation der Sprache und ist in der linken Hirnhälfte deutlich größer als in der rechten. Diese Asymmetrie, die bislang als für den Menschen einzigartig galt und seine Fähigkeit zur Bildung komplexer Sprache erklären sollte, fanden die Forscher nun auch bei Menschenaffen.
Über die Funktion dieses Zentrums bei den nächsten Verwandten des Menschen sind sich die Forscher nicht sicher. Sie vermuten aber, dass die Hirnregion die Gestik der Affen steuert. So gestikulieren Menschenaffen vor allem mit der rechten Hand, die von der linken Hirnhälfte gesteuert wird. Das könnte erklären, warum das linke Zentrum größer ist. Zudem zeigten erste Versuche, dass Teile dieser Region das Nachahmen von Handbewegungen steuern.
Ein anderes Forscherteam hat jedoch kürzlich gezeigt, dass die Nervenzellen in Sprachzentren bei Affen und Menschen anders verknüpft sind. So unterscheiden sich bei Menschen die Nervennetze in den linken und den rechten Sprachregionen. Bei Affen fanden die Forscher diese Asymmetrie nicht. (Lesen Sie mehr.)
ddp/bdw – Marcel Falk





