CO2 verstopft die Nase
Die Forscher fingen einige Fische aus den angesäuerten Wasserzonen vor der Küste Papua-Neuguineas und unterzogen sie den gleichen Tests wie zuvor die Tiere, die sie unter den niedrigen pH-Werten im Labor aufgezogen hatten. Es zeigte sich: Auch die Wildfänge besaßen das ungewöhnliche Verhalten – sie waren unsensibel gegenüber dem Geruch von Raubfischen.
“Es gab keine Unterschiede zwischen dem Verhalten der Fische aus den Laborexperimenten und den Tieren aus dem CO2-Riff. Wir konnten unsere Ergebnisse also bestätigen”, resümiert Co-Autorin Danielle Dixson vom Georgia Institute of Technology in Atlanta. Abgesehen von den Verhaltensauffälligkeiten konnten die Wissenschaftler bei den Fischen aus dem CO2-Riff keine Auffälligkeiten im Vergleich zu Tieren aus normalen Riffen feststellen.
Die Forscher haben außerdem bereits Hinweise drauf gefunden, warum der höhere Säuregehalt die beobachteten Effekte verursacht: Die Funktion eines Rezeptors namens GABAA im Nervensystem der Fische ist offenbar beeinträchtigt. “Die Fische können zwar noch riechen, aber die Bedeutung von Geruchsstoffen nicht mehr erfassen”, erklärt Dixson. Den Forschern zufolge ist das GABAA-System unter Meerestieren weit verbreitet. Störende Einflüsse dieses wichtigen Faktors könnten somit weitreichende Folgen für die Ökosysteme haben.
In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher nun herausfinden, ob sich Fische mit der Zeit an höhere Säuregehalte im Wasser anpassen können. “Wir wissen bisher nicht, ob der sensorische Effekt auch generationsübergreifend vorliegt”, sagt Dixson. Es sei wichtig zu wissen, welche Probleme die Versauerung der Ozeane mit sich bringen könnte, um entsprechend vorbereitet zu sein, meint die Biologin.
Martin Vieweg
Quelle: Nature Climate Change, doi: 10.1038/nclimate2195
Foto: Danielle Dixson





