Die Fische in der Nordsee werden im Durchschnitt immer kleiner. Mögliche Gründe sind, dass kleine Tiere den Schleppnetzen der Fischereiflotten besser entkommen oder dass kleinere Arten den Umweltbedingungen in der sich erwärmenden Nordsee besser angepasst sind. Über entsprechende Studien des niederländischen Instituts für Fischerei-Forschung in Ijmuiden berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.
Der Ökologe Niels Daan hat zusammen mit Kollegen Fischerei-Daten von Fängen der vergangenen 30 Jahre ausgewertet. Dabei wurde deutlich, dass die Anzahl kleiner Fische in der Nordsee steigt. Ähnliche Studien hatten in der Vergangenheit von den etwa 200 in der Nordsee heimischen Fischarten nur die sieben ökonomisch interessantesten wie zum Beispiel Dorsch und Meerhecht ins Auge gefasst. Der Trend zur wachsenden Anzahl kleinerer Fische wurde dabei übersehen, da sich vor allem Fischarten, die unter 30 Zentimetern bleiben, stark vermehrt haben.
Die Forscher gehen davon aus, dass das intensive Befischen der Nordsee mit Schleppnetzen die Ursache der Entwicklung ist. Es ist jedoch nicht klar, wie weit die allmähliche Erwärmung der Nordsee die Zuwanderung kleinerer Fischarten aus südlicheren Regionen begünstigt. Auch sind die Auswirkungen der Veränderungen auf das Gesamt-Ökosystem der Nordsee nicht abzusehen. Dazu müssten weitere Daten erhoben werden, erklären die Forscher.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





