So einzigartig ein einzelner Fingerabdruck ist, so individuell könnte auch das Substanzgemisch sein, das man bei einer Berührung hinterlässt. Amerikanische Wissenschaftler glauben nun, aus dem Gemisch von Proteinen, Salzen und Fettsäuren zumindest auf einen engeren Personenkreis als Verursacher schließen zu können, berichtet das Magazin New Scientist.
Dabei reicht ihnen ein rund zehn millionstel Meter kleiner Abdruck, ein Bereich so groß wie nur eine einzelne Furche auf der Fingerkuppe. Allerdings benötigen die Forscher des Lawrence Berkeley National Laboratory dazu einen speziellen, bis zu mehrere Hundert Meter großen Teilchenbeschleuniger. Dieses so genannte Synchrotron sendet neben Röntgenstrahlung einen idealen Infrarotstrahl aus, der eine genaue Analyse des chemischen Fingerabdrucks ermöglicht.
Bisher ist jedoch unklar, ob das chemische Substanzgemisch tatsächlich so individuell ist wie der physikalische Fingerabdruck. Doch eine frühere Studie mit 79 Testpersonen hat zumindest gezeigt, dass auf das Alter und das Geschlecht der Person zurückgeschlossen werden kann.
Entwickler Dale Perry sagt, dass seine Methode sehr viel empfindlicher sei und zudem den Abdruck nicht beschädige. Da sie selbst bisher nur die Abdrücke von drei Personen untersucht hätten, seien noch weitere Analysen nötig, um eine Aussage über die Zuverlässigkeit dieser Methode zu treffen.
Vertreter des Federal Bureau of Investigation (FBI) stehen diesem Ansatz einerseits interessiert, andererseits jedoch skeptisch gegenüber. Denn die zurückgelassenen Substanzen seien davon abhängig, was die betroffene Person kurz vorher berührt habe. Zudem verfüge wohl kaum ein Polizeilabor in absehbarer Zeit über ein Synchrotron, mit dem diese Analysen im jetzige Stadium der Entwicklung erst möglich wären.
Jan Oliver Löfken





