Fettiges Essen erhöht nicht zwingend das Risiko, eine Herzerkrankung zu erleiden. Wer insgesamt wenig isst und sich viel bewegt, kann den schädlichen Einfluss des Fettkonsums wettmachen, berichten Mediziner im Fachmagazin “American Journal of Clinical Nutrition” (Bd. 74, S. 730).
Die Forscher um Robert H. Glew von der Universität von New Mexiko in Albuquerque untersuchten den Nomadenstamm der Fulani in Nigeria. Deren Mitglieder ernähren sich nach westlichen Standards katastrophal: Die Hälfte der Kalorien nehmen sie als Fett zu sich, fanden die Forscher. Der Hauptteil besteht dabei aus den besonders schädlichen gesättigten Fettsäuren. Diese gelten als “Herzkiller” und sollten nach amerikanischen Richtlinien nicht mehr als drei Prozent der Nahrung ausmachen.
Auch der Eiweißkonsum der Fulani liege deutlich über den Empfehlungen, berichten die Forscher. Vitamine wie Folat dagegen, die das Herz schützen, nehmen die Nomaden kaum zu sich.
Trotz der “ungesunden” Ernährungsweise sind die Blutwerte der Fulani ausgezeichnet, fanden die Mediziner. So erwies sich etwa der Cholesterin-Spiegel, ein bedeutender Risikofaktor für Herzerkrankungen, als tief. Den Grund vermuten die Forscher in der insgesamt kargen Ernährung, der hohen physischen Aktivität und dem äußerst geringen Tabakkonsum der Nomaden. Mit den Resultaten sei das Dogma der letzten 50 Jahre widerlegt, dass eine fettreiche Ernährung zwingend die Cholestin-Werte erhöhe, sagen die Wissenschaftler.
ddp/bdw – Marcel Falk





