Der WWF begrüßt grundsätzlich den Versuch der Kommission, die verschwenderische Praxis der Rückwürfe auf See zu beenden. Allerdings ist es aus Sicht des WWF der falsche Weg, wenn Fischer ihren Beifang aus Jungfisch und zu viel gefangenem Fisch kommerziell verwerten dürfen. Das wäre kein Anreiz, zielgenau zu fischen und Beifang zu vermeiden. “Nur gezieltes Fischen zahlt sich am Ende aus, weil es dann keinen unnötigen Verluste für Fischer und Bestände gibt”, so Karoline Schacht weiter. “Selektive Fangmethoden packen das Problem der Fischverschwendung an der Wurzel.”
Rund 60 Prozent des in der EU verzehrten Fisches kommt nicht aus europäischen Gewässern. Daraus erwächst Europa die Verantwortung, sich in führender Rolle für nachhaltige Fischerei einzusetzen. Der Kommissionsentwurf ignoriert das und legt hierzu weder Ziele noch Maßnahmen fest.
Das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten müssen jetzt nach Ansicht des WWF die Dezentralisierung der Fischereipolitik sicherstellen. Auf regionaler Ebene müssen Vertreter aus Fangsektor, Politik, Wissenschaft, Industrie und Umweltschutz mehr Mitbestimmung erhalten und die langfristigen Bewirtschaftungspläne in ihren Fischereien gemeinsam umsetzen. Der Reformvorschlag der Kommission enthält keinen Passus zur Mitbestimmung – auch wenn sie sehr zentral ist für den notwendigen Kurswechsel. Der WWF ist auch enttäuscht darüber, dass der Sektor der kleinen Küstenfischer im Mittelmeer im ganzen Entwurf nicht vorkommt, obwohl in dieser Region 6 von 10 Arbeitsplätzen in Europas Fischerei liegen.





