Seit Jahren werden die Warnrufe von Wissenschaftlern und Experten immer lauter – doch die Weltgemeinschaft reagiert träge. Erst kürzlich hat dies der „Emissions Gap Report“ des Umweltprogramms der UNO erneut verdeutlicht. Verlassen wir uns demnach auf die bisher im Rahmen des Pariser Abkommen eingereichten nationalen Klimaschutzpläne, ist in diesem Jahrhundert mit einer Temperaturerhöhung um 3,2 Grad Celsius zu rechnen. Damit würde das 1,5 Grad Ziel des Pariser Abkommens um mehr als das Doppelte verfehlt. Die drei Sonderberichte des Weltklimarats IPCC, die in den vergangenen zwölf Monaten erschienen sind, vermitteln ebenfalls, dass ein Kurswechsel unbedingt nötig ist.
Das bedeutet im Klartext: Wir sind weiterhin auf Katastrophenkurs und schnelle Korrekturen sind erforderlich. Besonders kritisch ist dabei: Wenn es schließlich auch den Klimaskeptikern und Zauderern zu „heiß“ wird, könnte es für ein Umlenken zu spät sein. Denn bei weiterer Erwärmung könnte es durch positive Rückkopplungen zu einer fatalen Eigendynamik der Klimaentwicklung und ihren Folgen kommen, wie Wissenschaftler in der letzten Woche erneut im Fachmagazin „Nature“ gewarnt haben.
Wie sieht es an der demokratischen Basis aus?
Vor diesem Hintergrund soll auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz COP 25 nun geklärt werden, wie sich die internationalen Klimaschutz-Anstrengungen möglichst schnell erhöhen lassen. Da die an der Konferenz teilnehmenden Politiker die Volksvertreter ihrer Länder sind, ist die Frage wichtig, inwieweit die Menschen hinter den Bemühungen um den Klimaschutz stehen. Der Europäischen Union kommt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zu, denn die Staatengeneinschaft trägt in erheblichem Maße zum weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen bei und hat Vorbildfunktion. Innerhalb der Union gibt es dabei wiederum ein besonderes Schwergewicht: Deutschland.
Um zu beleuchten, was die europäischen Bürger von der Umweltpolitik der EU erwarten, hat das Umfrage-Institut Kantar im Auftrag des Europäischen Parlaments eine sogenannte Eurobarometer-Umfrage durchgeführt. Dabei wurde im Oktober 2019 eine repräsentative Stichprobe von 27.607 Personen aus allen 28 EU-Mitgliedstaaten persönlich befragt.
Die Auswertungen ergaben: Die EU-Bürger setzen den Klimawandel an die Spitze der Prioritätenliste. Eine Mehrheit (52 %) betrachtet den Klimawandel demnach als das dringlichste aller Umweltthemen, gefolgt von der Luftverschmutzung (35 %), Meeresverschmutzung (31 %), Entwaldung und der wachsenden Menge an Abfällen (jeweils 28 %).





