Nach einer Studie von Wissenschaftlern am U.S. Department of Energy’s Brookhaven National Laboratory spielt Dopamin eine wichtige Rolle bei Übergewicht. So haben die Wissenschaftler um Gene-Jack Wang festgestellt, dass übergewichtige Menschen weniger Rezeptoren für Dopamin, einem Neurotransmitter, der das Empfinden von Vergnügen unterstützt, als Normalgewichtige haben. Diese Entdeckung, die in der Februar Ausgabe des Fachblattes The Lancet veröffentlicht wurde, impliziert, dass übergewichtige Menschen mehr essen, weil sie versuchen den Dopamin-“Vergnügen”-Kreislauf in ihren Gehirnen anzuregen, gerade so, wie es Süchtige durch den Konsum von Drogen tun.
Die Wissenschaftler ermittelten die Anzahl der Dopamin-Rezeptoren in den Gehirnen von zehn Übergewichtigen und zehn normalgewichtigen Kontrollpersonen. Dazu scannten sie die Gehirne der Probanden mittels der Positron-Emissions-Tomographie ( PET) nachdem die Versuchsteilnehmer einen radioaktiv markierten Stoff, der im Gehirn an die Dopamin-Rezeptoren bindet, injiziert bekommen hatten. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass je übergewichtiger ein Versuchsteilnehmer war, umso weniger Dopamin-Rezeptoren hatte er.
“Es ist möglich, dass fettleibige Menschen deshalb weniger Dopamin-Rezeptoren haben, weil ihre Gehirne versuchen, den chronisch hohen Dopamin-Spiegel, der durch dauerndes zuviel Essen auslöst wird, auszugleichen,” sagt Wang. “Allerdings ist es auch möglich, dass diese Menschen schon immer eine niedrige Anzahl von Dopamin-Rezeptoren hatten und so empfänglicher für Suchtverhalten und so auch für Essen sind.” Allein aufgrund dieser Studie können die Forscher jedoch nicht sagen, ob die von ihnen entdeckten Änderungen im Gehirn die Folge oder die Ursache von Übergewicht ist.
Nicole Waschke





