Das Problem ist altbekannt: Statt unsere Nahrungsversorgung möglichst effektiv und umweltschonend zu gestalten, verschwenden wir Unmengen von Lebensmitteln – sie werden ungenutzt weggeworfen. Laut WWF werden jährlich 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche bewirtschaftet, nur um die darauf angebauten Produkte später wegzuwerfen. Durch Produktion, Transport und Verpackung dieser Produkte werden außerdem rund 48 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen unnötig freigesetzt.
Ein Drittel wird nicht genutzt
Das Problem ist inzwischen so umfassend, dass es in die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung der UN aufgenommen wurde. Sie sehen vor, “bis 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten zu verringern.” Studien zufolge entstehen über 60 Prozent der Verluste entlang der Wertschöpfungskette – vom Produzenten bis hin zu Großverbrauchern wie der Gastronomie und Betriebsküchen, ungefähr 40 Prozent haben die Privathaushalte zu verantworten.
Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat die Naturschutzorganisation WWF den “Tag der Lebensmittelverschwendung” lanciert. Mit ihm will sie symbolisch verdeutlichen, dass wir in der Bundesrepublik fast ein Drittel des aktuellen Verbrauchs von Lebensmitteln ungenutzt verschwenden. “Umgerechnet sind alle Nahrungsmittel, die wir in den ersten vier Monaten von 2018 produziert haben, auf dem Müll gelandet”, sagt Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin für Landwirtschaft. Erst der 02. Mai markiert den Tag im Jahr, ab dem die für Deutschland produzierten Nahrungsmittel nicht mehr auf dem Müll landen, sondern endlich verwertet und tatsächlich genutzt werden.
Was tun die Bundesländer?
Bereits heute könnten laut WWF auch ohne den Einsatz neuer Technologien 10 der 18 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste vermieden werden – etwa durch ein verbessertes Management entlang der Wertschöpfungskette, nachhaltigere Marketingstrategien und veränderte Konsumgewohnheiten. Tatsächlich haben bereits einige deutsche Bundesländer Maßnahmen eingeleitet, die der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken. Welche Bundesländer hier vorbildlich sind und welche eher Nachzügler, hat der WWF in einer aktuellen Studie untersucht.
Das Ergebnis: Unter den 16 Bundesländern sind fünf Pioniere, die zu einem sehr frühen Zeitpunkt und in umfassender Weise das Thema angegangen haben. Dazu gehören Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Sie haben Maßnahmen gegen die Verschwendung im Abfallwirtschaftsplan verankert, konkrete Aktionen finanziert und lanciert und bereits messbare Erfolge erzielt, wie die Studie ergab. Eher zum Mittelfeld gehören dagegen Berlin, Brandenburg, Hessen, Saarland und Schleswig-Holstein mit erst vor kurzem gestarteten Maßnahmen oder bisher kaum messbarer Wirkung. Nachzügler sind Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – hier ist bislang nichts oder kaum etwas passiert, so der WWF.





