Jungen Menschen fällt es zunehmend schwer, erwachsen zu werden. Das berichtet das Magazin “Psychologie Heute”. Die Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren fühle sich noch nicht richtig erwachsen, zitiert das Magazin den Psychologen Jeffrey Jensen Arnett. Ihm zufolge sollte diese Zeit als “eigenständige Lebensphase” betrachtet werden, in der man noch experimentieren dürfe und sich noch nicht festlegen müsste.
Arnett hatte in seinen Untersuchungen 519 Personen zwischen 18 und 25 Jahren befragt. 60 Prozent von ihnen gaben an, sich nicht in jeder Beziehung wirklich erwachsen zu fühlen. Dafür verantwortlich seien in erster Linie die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen. So schlössen Jugendliche zum Beispiel ihre Berufsausbildung im Durchschnitt viel später ab als früher, auch die Familienplanung werde nach hinten verschoben. Als Konsequenz aus seinen Untersuchungen plädiert Arnett dafür, frühestens 30-Jährige als “junge Erwachsene” zu bezeichnen.
Für den Sozialwissenschaftler Frederic Hudson sind die heutigen Erwachsenen “existenzielle Analphabeten”, berichtet die Zeitschrift. Sie könnten zwar lesen, wüssten aber nicht, wie sie die verschiedenen Lebenszyklen meistern können. Klassische Vorstellungen vom Erwachsensein hätten ausgedient, neue Rollenbilder entstünden erst. Dieser Umbruch bereite vielen Menschen Schwierigkeiten, berichtet das Magazin weiter.
dpa





