Falsche Erinnerungen an die eigene Kindheit schleichen sich offenbar schneller in das Gedächtnis ein als bisher angenommen. Das ergaben Untersuchungen an britischen Studenten, über die das Magazin “Psychological Science” in seiner Märzausgabe (Bd. 14) berichtet.
Psychologen der Universität im Aberdeen präsentierten knapp dreißig Studenten Berichte von verschiedenen Kindheitserlebnissen. Dazu gehörten zum Beispiel Darstellungen über das Ziehen eines Milchzahns, oder über einen Arztbesuch, bei dem eine Krankenschwester ein Hautprobe vom Finger nahm. Die Studenten erhielten entweder nur Informationen zum Ereignis oder sollten es sich intensiv vor dem inneren Auge vorstellen.
Manches geschilderte Vorkommnis dürften die Studenten in ihrer Kindheit selbst erlebt haben, wie etwa das Ziehen eines Zahns. Andere dagegen waren für britische Kinder eher ungewöhnlich, wie das Entnehmen einer Hautprobe oder etwa das Erleben eines Erdbebens.
Eine Woche nach der Sitzung befragten die Psychologen die Studenten ihren nach eigenen Erfahrungen in der Kindheit. Die Forscher fanden, dass die Probanden auch unwahrscheinliche Vorkommnisse, wie etwa das Entfernen einer Hautprobe oder ein Erdbeben, als eigene Erinnerungen wiedergaben. Offenbar hatten sich vor allem solche Ereignisse in das autobiographische Gedächtnis eingeschlichen, die sich die Studenten in der Woche zuvor intensiv vorstellen sollten.
ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek





