Das Erbgut des Bakteriums Streptococcus pneumoniae ist entschlüsselt. Ein Forscherteam der University of Illinois sequenzierte zusammen mit dem Institute of Genomic Research in Rockville insgesamt 2.326 Gene bei dem Erreger der Lungenentzündung und veröffentlichte die Ergebnisse im Fachmagazin Science. Damit ist das Erbgut von zehn der insgesamt 92 verschiedenen Stämme der tödlichen Bakterien kartiert.
In den letzten Jahren entwickelten sich gefährliche Stämme von den kurz Pneumokokken genannten Bakterien, die zunehmend gegen Antibiotika wie Penizillin resistent wurden. Auf der Grundlage des nun entschlüsselten kompletten Erbguts hoffen die Wissenschaftler, neue und wirksame Behandlungsmethoden entwickeln zu können. “Wir befinden uns im Wettlauf mit den Pneumokokken, um bessere Behandlungswege zu entdecken, bevor die Bakterien nicht mehr auf die heutigen Therapien ansprechen”, sagt Donald Morrison, Pneumokokken-Spezialist an der University of Illinois.
Die durch Pneumokokken ausgelöste Lungenentzündung ( Pneumonie) stellt in den Industrienationen die häufigste Todesursache unter den Infektionskrankheiten dar. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit jährlich drei Millionen Kinder nach einer Infektion mit diesen Bakterien an Lungenentzündung oder Meningitis sterben. Neben einer neuen Therapie gegen Pneumonie hoffen die Wissenschaftler auch auf Erkenntnisse, die sie für eine Verbesserung der Gentherapien nutzen können.
Jan Oliver Löfken





