Forscher der Universität Cambridge haben möglicherweise einen Weg gefunden, wie verletzte Nervenzellen im Gehirn oder Rückenmark wieder zu ihrem gesunden Ausgangszustand zurückfinden. Ihre Ergebnisse erscheinen in der Mai-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Neuroscience (Bd. 4, Nr. 5, S. 465).
Die Forscher behandelten Hirnverletzungen bei Ratten mit einem Enzym, das bestimmte Zuckergruppen (Chondroitinsulfate) abspaltet. Daraufhin wuchsen die verletzten Nerven wieder an die richtige Stelle zurück.
Normalerweise vernarben Hirn- und Rückenmarksverletzungen. Bei der Vernarbung werden bestimmte Eiweiße gebildet, die die Reperatur der Nerven verhindern. Zu diesen hemmenden Eiweißen zählen auch solche, die durch Zuckergruppen verändert sind, fanden die Forscher. Durch die Entfernung der Zuckergruppen mit einem Zucker-spaltenden Enzym, der Chondroitinase ABC, konnten die Forscher das hemmende Signal ausschalten und die Nerven bildeten sich zurück.
Ob auch die Funktion durch die Enzym-Behandlung wiederhergestellt wird, wissen die Forscher um James W. Fawcett noch nicht. “Bevor klinische Versuche starten können, wird es noch etwa vier Jahre dauern”, meint Fawcett. “Zumindest eine teilweise Heilung von Rückenmarksverletzungen ist nun in Sicht.”
Marianne Diehl





