In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftlichen Fakultät der Uni Mailand wurden für die ungewöhnliche Lebenssituation geeignete Pflanzen bereits vorgezogen. Mit den senkrechten Wäldern entsteht mitten in der Stadt ein eigenes Ökosystem, das sicherlich weitere Pflanzen und vor allem Vögel und Insekten anziehen wird. Die Bewohner leben im Grünen, im Sommer schatten die Baumkronen die Wohnungen gegen direkte Sonneneinstrahlung ab, im Winter lassen sie die tiefer stehende Sonne durch ihre kahlen Äste hindurch, sodass sich die Raumtemperatur den jahreszeitlichen Schwankungen anpasst. Zudem absorbieren die Pflanzen Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff und einen natürlichen Lärmschutz bieten sie auch noch.
Über ein Schlauchsystem werden die Pflanzen mit Brauchwasser, das im Keller gesammelt wird, bewässert. Mit einer 500 Quadratmeter großen Solarstromanlage, Windrädern und Geothermie werden die Häuser mit eigenem Ökostrom versorgt.
Erstaunlich: Nach aktuellen Berechnungen kostet so ein nachhaltiges Hochhaus derzeit nur etwa fünf Prozent mehr als konventionell gebaute Häuser.
Der ökologische Hochhauskomplex “Il Bosco Verticale” gehört zu dem Mailänder Städtebauprojekts “Porta Nuova”. In einer alten Industriebrache entstehen nun auf über 330000 Quadratmeter moderne Wohn- und Bürogebäude, Hotels sowie Versammlungs- und Kulturzentren. Die Gegend ist weitgehend autofrei konzipiert und wird zusätzlich zu den “senkrechten Wäldern” auch mit traditionellen “waagerechten”, großzügigen Grünlagen ausgestattet.





