Die Parlamentarier wollen die Fischbestände vor Europas Küsten wieder aufbauen. Inwiefern ist das überhaupt noch möglich?
Die meisten Fischbestände sind noch da und können tatsächlich mit schonender Fischerei bis 2020 wieder aufgebaut werden.
Lassen sich die Bestände in Nordsee, Ostsee und Mittelmeer denn gleichermaßen gut retten? Oder sind die Herausforderungen sehr unterschiedlich verteilt?
Im Mittelmeer sind wesentlich mehr Bestände überfischt als in den anderen Regionen. Zudem gibt es kaum zuverlässige Daten. Die Aufgabe des Wiederaufbaus ist dort gigantisch – aber möglich ist es.
Gibt es Fischarten, die sich nicht mehr retten lassen?
Verloren haben wir Lachse, Störe, Schnäpel und andere Wanderfische. Akut gefährdet sind weiterhin der Aal, der Dornhai, der Nordsee Kabeljau und Sommergäste wie der rote Thun.
Gehen Sie davon aus, dass die Fischerei-Minister dem EU-Parlament folgen?
Den Fischerei- und Landwirtschaftsministern wird es nun schwerfallen, sich dem gemeinsamen Druck von Parlament, EU-Kommission und Öffentlichkeit zu widersetzen. Ein guter Tag für die Fische Europas.
Das Gespräch führte Dirk Liesemer.
Dr. Rainer Froese arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel; einer der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung in Europa. Froese forscht im Bereich marine Ökologie.


Das EU-Parlament hat sich heute für eine große Reform der Fischereipolitik ausgesprochen. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?


