Wer nicht gerne Rotwein trinkt, kann Herz und Gefäße auch mit Sherry schützen: Mäßiger Genuss des Likörweins kann nämlich ebenso wie Rotweinkonsum der Arterienverkalkung vorbeugen, da er ebenfalls Substanzen enthält, die Fettablagerungen in den Blutgefäßen vermindern. Das stellten Juan Guerrero und seine Kollegen von der Universität von Sevilla fest, als sie Laborratten den starken Weißwein zu trinken gaben. Über die positive Wirkung auf die Blutfettwerte der Tiere berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of the Science of Food and Agriculture (Online-Vorabveröffentlichung DOI: 10.1002/jsfa.1715).
In Ländern, in denen relativ viel Wein getrunken wird, ist die Häufigkeit von Herzkreislauferkrankungen oft besonders niedrig. Als Ursache gelten unter Medizinern bestimmte Inhaltsstoffe des Weins. Rotwein, dem eine besonders gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird, enthält zum Beispiel so genannte Polyphenole, die der Arterienverkalkung entgegenwirken. Diese Substanzen verhindern die Fettablagerungen in den Blutgefäßwänden, die zur Verhärtung und Verstopfung der Gefäße führen. Guerrero und seine Kollegen wollten nun wissen, ob der in Spanien beliebte Sherry die gleiche Wirkung hat, da er ebenfalls Polyphenole enthält.
Die spanischen Forscher verabreichten dazu einigen Ratten zwei Monate lang täglich um 16 Uhr knapp einen halben Milliliter des gehaltvollen Weißweins ? eine Menge, die bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen etwa einem Glas entsprechen würde. Andere Ratten bekamen zum Vergleich dieselbe Menge Wasser oder reinen Alkohol in Wasser. Der regelmäßige Sherrykonsum führte bei den Ratten zu einer Abnahme des Cholesteringehalts im Blut. Dieses Fett kommt in zwei Formen vor: Während das so genannte LDL-Cholesterin eine Fettablagerung in den Blutgefäßen fördert, wird diese durch die HDL-Form des Cholesterins verhindert. Im Blut der sherrytrinkenden Ratten nahm auch der Anteil des gesundheitsförderlichen HDL-Cholesterins zu.
Nach Ansicht der Forscher hat deshalb der regelmäßige Genuss kleiner Mengen von Sherry durchaus positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Negative Folgen des Sherrykonsums, wie etwa eine Gewichtszunahme, konnten die spanischen Wissenschaftler bei ihren Ratten jedenfalls nicht feststellen. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie den Nagern Sherry der Sorten Oloroso, Manzanilla, Fino oder Amontillado verabreichten.
ddp/bdw ? Thomas Kappe





