Miniatur-Stäbchen mit einem Strichcode aus Metallen könnten künftig eine Vielzahl verschiedener Proteine markieren und damit das Wechselspiel von Genen sichtbar machen. Das berichten amerikanische Forscher in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science. Die Molekülmarker sollen Aufschluss über die Funktion von Genen liefern und bei der Entwicklung von Medikamenten helfen.
Die nur wenige tausendstel Millimeter langen Strichcode-Stäbchen sind das Ergebnis eines ausgetüftelten Syntheseverfahrens. Forscher um Christine Keating von der Pennsylvania State University haben es entwickelt. Sie scheiden dafür bis zu sieben verschiedene Metalle übereinander in den zylindrischen Poren eines dünnen Aluminiumoxidfilms ab. Dazu nehemen sie unter anderem Gold, Silber und Platin.
Durch Variation der Schichtenreihenfolge lassen sich sehr viele verschiedene Stäbchencodes erzeugen. So ist bei Einsatz von nur drei Metallen auf einem sechseinhalb Mikrometer langen Stäbchen Platz genug für rund 800.000 unterschiedliche Kombinationen. Die metallischen Molekülmarker sind damit variationsreicher als das menschliche Genom und könnten alle existierenden Proteine individuell etikettieren.
Die Forscher können die Strichcodes im Elektronenmikroskop sichtbar machen. Darin erscheinen beispielsweise Stäbchenabschnitte aus Gold heller als die aus Silber. Einfacher und probenschonender ist die Untersuchung in einem Lichtmikroskop. Allerdings sind die verschiedenen Metallschichten darin nur verschwommen zu erkennen.
Andrea Hoferichter





