Einer Forschergruppe aus Tübingen ist es gelungen, mittels funktioneller Kernspintomographie (fMRI) aufgenommene Bilder des Gehirns mit der Aktivierung einzelner Neuronen in Verbindung zu setzen. Dies stelle einen Quantensprung in der Interpretation von Kernspintomographiebildern dar, berichtet das Team in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes Nature.
Mittels funktioneller Kernspintomographie ( functional magnetic resonance imaging oder fMRI) ist es möglich, die Aktivität einzelner Bereiche des Gehirns genau aufzuzeichnen. Die Intensität des fMRI-Signals wird dabei von den Blutströmungen im Gehirn bestimmt. Der Tübinger Gruppe um Nikos K. Logothetis ist es nun mittels Experimenten an Affen gelungen, die fMRI-Bilder mit der Aufzeichnung von elektrischen Impulsen einzelner Nervenzellen in den aktiven Regionen zu verbinden. Dabei stellten sie fest, dass der erhöhte Blutfluss mit der Aktivierung einzelner Neuronen korreliert ist. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse zu einem besseren Verständnis von Gehirnfunktionen führen werden.
Obwohl funktionelle Kernspintomographie schon seit vielen Jahren in der Gehirnforschung eingesetzt wird, ist die Interpretation der damit aufgenommenen Bildern mit großen Schwierigkeiten behaftet. Eine der strittigsten Fragen bei ihrer Interpretation war, wie die erhöhte Blutströmung in aktiven Bereichen des Gehirns mit der elektrophysiologischen Aktivierung einzelner Nervenzellen zusammenhängt. Die Studie aus Tübingen hat nun erste Einblicke in diese faszinierenden Zusammenhänge gegeben.
Stefan Maier





