Der argentinische Investmentmanager Carlos Joly schrieb in seinem `Ausblick´, es werde bis 2052 zwar weniger Armut in den Entwicklungsländern geben, dafür aber mehr Armut und Ungleichheit in den Industriestaaten und überall mehr Umweltzerstörung. Als Hauptgrund für den Niedergang im Westen macht er den “Triumph des Finanzkapitalismus” aus. In der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes fehlten Vermögenswerte der Umwelt wie Wasserressourcen, Bodenfruchtbarkeit, Lebensqualität und stabiles Klima. Kurz: Die Gewinnberechnung müsse sich ändern. Chandran Nair, Wirtschaftsexperte aus Malaysia kritisiert den “fast religiösen Glauben” des Westens an freie Märkte und warnt davor, Asien als Motor für das eigene Wachstum zu sehen und zu wirtschaften wie bisher. Stattdessen müsse der Konsum auf ein Maß gebracht werden, das die Erde nicht ausbeute. Karl Wagner, österreichisches Club-of-Rome-Mitglied schreibt, der jungen Generation werde der Geduldsfaden reißen, weil sie nicht länger die Umweltlasten der alten tragen wolle. Er sagt eine Revolution in den 2020er Jahren voraus – vergleichbar mit der von 1848 gegen das feudale Herrschaftssystem. So werde die Kultur des Konsums umschwenken auf nachhaltigeres Wirtschaften.
Jorgen Randers aber glaubt nicht mehr daran, dass wir das Ruder noch rechtzeitig herumreißen können. Die Menschheit werde sich nicht schnell genug ändern. Auch die komplexen und zeitraubenden Entscheidungsprozesse in Demokratien würden das verhindern. Verzweifeln aber, nützt auch nichts. Auch Randers selbst scheint trotz allem noch Hoffnugn zu haben. Sein Schlussstatement:”Bitte helft, meine Vorhersage falsch werden zu lassen. Zusammen können wir eine viel bessere Welt schaffen.”




