Rund 400 000 Hunde in Deutschland leiden an Herzerkrankungen. “Am häufigsten ist die Herzinsuffizienz”, sagte Tiermediziner Ulrich von Weidenbach (Unterschleißheim) am Donnerstag in Neuss. Für diese Form der Herzerkrankung “sind besonders die kleinen und die sehr großen Tiere anfällig”, erklärte der Experte in einem dpa-Gespräch im Vorfeld des Bundeskongresses der Tierarzthelferinnen, der an diesem Wochenende in Neuss tagt.
Während “Schwergewichter” wie Dobermann, Dänische Dogge, Boxer und Bernhardiner eher zu Herzerweiterungen neigen, machen Klappendefekte besonders Dackeln und kleinen Rassen zu schaffen, so der Experte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. “Symptome für die Herzschwäche sind, dass der Hund häufiger bei Anstrengungen hustet, bei Spaziergängen stehen bleibt und schneller erschöpft ist”, erklärte von Weidenbach. Spätestens dann sei ein Besuch beim Tierarzt angezeigt. “Werden diese Krankheiten nicht behandelt, verringert sich die Lebenserwartung.”
Oft könne schon das einfache Abhorchen Klarheit über die Krankheit bringen. Zudem seien Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen möglich. Die Therapie bestehe – ähnlich wie beim Menschen – in Medikamenten zur Blutdrucksenkung, Herzstärkung und Entwässerung, die dem Gewicht entsprechend verordnet werden. “Neben der regelmäßigen Einnahme trägt zur Besserung der Beschwerden auch eine gute Ernährung, bestehend aus mehreren kleinen Portionen, sowie leichte Bewegung bei”, rät von Weidenbach.
“Alte und kranke Hunde sollten nicht mehr zu großen Belastungen ausgesetzt werden”, meinte der Tiermediziner. Bei rund einer Million der 5,2 Millionen Hunde in Deutschland treten nach seinen Angaben altersbedingte Probleme auf, wobei kleine Tiere und Mischlinge robuster gegen Alter und Krankheit seien.
Am Wochenende treffen sich in Neuss Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen. Erwartet werden bei dem Bundeskongress rund 500 Teilnehmerinnen. Im Mittelpunkt stehen Fragen der beruflichen Fortbildung.
dpa





