13 Meter lang, 9 Tonnen schwer und Zähne wie Messer: Durch seine spektakulären Merkmale avancierte T. rex zum berühmtesten aller Dinosaurier und zum Star einiger Hollywood-Blockbuster. Zahlreiche Fossilien des Raubsauriers wurden entdeckt, die zeigten, welche enorme Ausmaße T. rex erreichte. Doch es wurden auch kleine Exemplare gefunden, an denen sich eine jahrzehntelange Debatte unter Paläontologen entzündete. Da sich manche Merkmale der kleinen von denen der großen Exemplare unterschieden, waren einige Paläontologen der Meinung, dass es sich nicht um Jungtiere, sondern um ausgewachsene Tiere einer Zwerg-Art von T. rex gehandelt hat. Sie wurde als Nanotyrannus bezeichnet.
Jungtiere oder Nanotyrannen?
Um mehr Licht in den Streitfall Nanotyrannus zu bringen, hat nun ein Team aus US-Paläontologen zwei kleinen Tyrannosaurier-Fossilien eine Studie gewidmet. Sie stammen von einem Fundort im US-Bundesstaat Montana und wurden in Gesteinsformationen entdeckt, aus denen auch Überreste von großen Tyrannosauriern bekannt sind. Im Gegensatz zu diesen waren die Exemplare mit den Spitznamen “Jane” und “Petey” allerdings nur etwas größer als Pferde. Die Wissenschaftler fertigten im Rahmen der Studie Dünnschnitte von Knochen der beiden Tiere an und analysierten diese durch mikroskopische Untersuchungen.
Wie sie berichten, geht aus den Strukturanalysen hervor: Bei beiden Exemplaren handelte es sich um Jungtiere, die vor ihrem Tod noch keinen größeren Wachstumsschub erlebt hatten. Den Knochen fehlten demnach neben weiteren typischen Strukturen die eng beieinander liegenden Wachstumslinien, die bei Erwachsenen signalisieren, dass das Wachstum abgeschlossen ist. Die Forscher schätzten das Alter der Exemplare zum Zeitpunkt des Todes, indem sie die zyklischen Wachstumsspuren zählten, die wie Baumringe die Knochen prägen. Demnach waren Jane und Petey 13 beziehungsweise 15 Jahre alt als sie starben und schließlich zu Boten der Kreidezeit wurden.
Einblicke in die Jugendphase von T. rex
Aus diesem Ergebnis geht somit hervor, dass es sich bei Jane und Petey nicht um Exemplare einer Zwergform von T. rex gehandelt hat, sondern um Jungtiere des riesigen Raubsauriers. Den Forschern zufolge ist davon auszugehen, dass dies auch für andere bekannte Klein-Exemplare von Tyrannosaurus gilt. Wie sie betonen, geben die Ergebnisse neben dieser Erkenntnis nun auch interessante Einblicke in die Entwicklungsprozesse vom kleinen Jung-Dino zum tonnenschweren Giganten. „Dass es sich um Jungtiere handelt, ist eigentlich noch spannender, als wenn es sich um eine andere Art handeln würde“, sagt Co-Autor Scott Williams von der Montana State University in Bozeman.





