Wertvolles Zuchtvieh oder seltene Klauentiere wollen britische Forscher der Cambridge University mit einer speziellen Impfung vor der Maul- und Klauenseuche (MKS) schützen. Durch die direkte Gabe von MKS-Antikörpern könnten die Tiere für einen gewissen Zeitraum vor der Infektion geschützt werden. Da sie ? wie es eine sonst übliche Impfung zur Folge hätte ? selbst keine Antikörper bilden, könnten sie auch weiterhin wirtschaftlich genutzt werden.
Für wertvolle Tiere sollte man durchaus über diese Behandlung nachdenken, meint der Immunologe Peter Lachmann im Magazin “New Scientist”. Die gespritzten Antikörper schützen das Tier für etwa vier Wochen vor einer Infektion. Da sie nach und nach vollständig abgebaut werden, könnten die Tiere danach wieder freigelassen oder gar exportiert werden.
Für geimpfte Tiere, die selbst die Antikörper bilden, gelten dagegen die gleichen Ausfuhrbeschränkungen wie für infiziertes Vieh. Oft verzögert eine solche Impfung nur den Schlachttermin.
Allerdings stehen andere Tiermediziner dieser Methode skeptisch gegenüber. Werden die Antikörper von geimpften Tieren gewonnen, bestehe immer noch die Gefahr, dass auch das MKS-Virus selbst noch auf das zu schützende Tier übertragen werde. Der einzig mögliche Weg sei höchstens, die Antikörper über Klonierung in einer sterilen Umgebung zu gewinnen.
Jan Oliver Löfken





