Um auf optimale Betriebstemperatur zu kommen, legen sich Eidechse und Co in die Sonne. Vögel und Säugere brauchen das hingegen nicht – sie erzeugen selber die optimale Körperwärme. Diese beiden Konzepte teilen die heutige Tierwelt in Wechselwarme und Gleichwarme ein. Beide haben Vor- und Nachteile: Die “Kaltblütigkeit” der wechselwarmen Tiere spart Energie, denn die Körperwärme muss nicht selbst erzeugt werden, sondern kommt von außen. Kühle Bedingungen stellen ektotherme Tiere allerdings buchstäblich kalt und selbst bei Wärme sind sie nicht so flink wie die Warmblüter. Die gleichwarmen oder endothermen Tiere müssen allerdings vergleichsweise viel Nahrung aufnehmen, um sich ihre körpereigene “Heizung” leisten zu können.
Doch zu welcher Kategorie gehörten die Dinosaurier? Lange Zeit nahm man an, sie seien ektotherm wie die heutigen Reptilien gewesen. Doch mittlerweile gibt es Hinweise darauf, dass dies nicht der Fall war: Untersuchungen haben beispielsweise gezeigt, dass Dinosaurier schnell wuchsen, was hohe Stoffwechselraten voraussetzte, die nicht zur Kaltblütigkeit passen. Auch die „Eierschalen-Methode“ hat bereits in früheren Untersuchungen Hinweise auf eine regulierte Körpertemperatur bei Dinosauriern geliefert. Doch wie die Forscher um Robin Dawson von der Yale University in New Haven betonen, ließen die bisherigen Ergebnisse der sogenannten Paläothermometrie wichtige Fragen offen.
In fossilen Eierschalen stecken Temperaturinformationen
Wie die Forscher erklären, basiert die „Eierschalen-Methode“ auf der Analyse von Isotopenverteilungen der Elemente Sauerstoff und Kohlenstoff in fossilen Eierschalen. Der Knackpunkt ist dabei: Die Isotopenverteilung unterscheidet sich je nach Temperatur bei der Entstehung der Eierschalen im Körper von Tieren. Das bedeutet: Die Schaleneigenschaften eines Eis, das sich beispielsweise im wechselwarmen Körper einer Eidechse gebildet hat, unterscheiden sich in charakteristischer Weise von denen eines Eis, das im konstant warmen Körper einer Henne entstanden ist.
Wie die Forscher berichten, wurden bei bisherigen Untersuchungen nicht alle Dinosauriergruppen erfasst und vor allem stammten die untersuchten fossilen Eier aus Regionen, die in der damaligen Zeit ein sehr warmes Klima aufwiesen. Eine klare Unterscheidung zwischen ektotherm und endotherm lässt sich aber nur aufzeigen, wenn die anzunehmende Umgebungstemperatur deutlich unter der Eitemperatur lag. Konkret: Wenn die Temperatur ohnehin meist über 30 Grad Celsius liegt, ist es den Forschern zufolge anhand der Isotopensignatur schwer feststellbar, ob ein Ei von einem wechselwarmen oder einem warmblütigen Tier stammt.
Deutlich über den Umgebungswerten
Im Gegensatz zu den früheren Arbeiten verwendeten die Forscher im Rahmen ihrer Studie nur fossile Dino-Eier aus kühleren Bereichen. Es handelte sich um 75 Millionen Jahre alte Eierschalenfragmente aus Kanada, die von langhalsigen Sauropoden stammten, von zweibeinig laufenden Theropoden und erstmals auch von Vertretern der Vogelbeckensaurier. Wie die Forscher berichten, ergaben ihre Analysen, dass sich alle untersuchten Eierschalen bei Temperaturen gebildet haben, die weit über den damaligen Umwelttemperaturen im Lebensraum der Tiere lagen. Mit anderen Worten: Bei allen drei Hauptgruppen der Dinosaurier konnten sie nun deutlich eine Temperaturregulation nachweisen, die der von heutigen Warmblütern entspricht.





