Die natürlichen Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt, doch wir verbrauchen sie weit über das nachhaltige Maß hinaus. Wälder werden schneller abgeholzt, als sie nachwachsen können, Fischbestände übernutzt, Böden erschöpft und mehr Treibhausgase ausgestoßen, als die Erde kompensieren kann. Um auf diese wachsende Übernutzung aufmerksam zu machen, wurde der Earth Overshoot Day – der Erdüberlastungstag – eingeführt: Er markiert jenen Tag, an dem die Menschheit ihr gesamtes Naturbudget für das laufende Jahr aufgebraucht hat. Grundlage dafür ist ein Vergleich: Wie viele natürliche Ressourcen kann die Erde pro Jahr bereitstellen – und wie viele verbrauchen wir?
Ein neuer Negativrekord
In diesem Jahr fällt der Earth Overshoot Day auf den 24. Juli und liegt damit so früh wie nie zuvor, wie Wissenschaftler des Global Footprint Network ermittelt haben. Die Menschheit nutzt die Natur demnach inzwischen rund 1,8-mal schneller, als sich deren Ressourcen regenerieren können. Das heißt: Wir bräuchten 1,75 Erden, um unseren aktuellen Verbrauch nachhaltig zu decken. Der daraus resultierende ökologische Schuldenberg wächst dadurch von Jahr zu Jahr. „Wir haben das erste Viertel des 21. Jahrhunderts nun hinter uns und schulden dem Planeten mindestens 22 Jahre ökologischer Regeneration, selbst wenn wir jetzt keine weiteren Schäden mehr verursachen würden“, mahnt Lewis Akenji vom Global Footprint Network.
Die Übernutzung natürlicher Ressourcen gilt als einer der zentralen Treiber von Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Bodenzerstörung und Wasserknappheit. Sie verstärkt Extremwetterereignisse, bedroht Nahrungsmittelsicherheit und verschärft soziale Ungleichheiten. Auch wirtschaftlich bleibt der Overshoot nicht ohne Folgen: Alle Regionen, Städte und Unternehmen sind auf natürliche Ressourcen angewiesen – sei es für Energie, Rohstoffe, Lebensmittel oder Wasser. Wenn diese knapper werden, steigen die Kosten, Versorgungsprobleme nehmen zu und ganze Wirtschaftszweige geraten unter Druck.

Was lässt sich gegen die ökologische Überschuldung tun?
Aber nicht alle Länder belasten die Erde gleichermaßen. Würde jeder Mensch so leben wie der durchschnittliche US-Amerikaner, bräuchten wir gleich fünf Erden, um den Ressourcenverbrauch zu decken. Die Menschen in Indien kommen hingegen mit nur 0,7 Erden aus, während der ökologische Fußabdruck in Deutschland bei rund drei Erden liegt. Wie also ließe sich nachhaltiger mit Ressourcen umgehen und der Earth Overshoot Day wieder deutlich weiter nach hinten ins Jahr verschieben?





