“Das Grun dmodell Vogel fliegt mit Arm- und Handschwinge”, erklärt Sven Achtermann. “Die Armschwinge ist die Tragfläche, um die Luft strömt.” Doch unterschiedlich schnell, weil die Flügel gekrümmt sind: Auf der Oberseite braucht die Luft länger als unten. Dadurch fließt sie oben aber auch schneller, da ständig neue Luft nachdrückt. So entsteht ein Unterdruck, mit dessen Hilfe der Vogel aufsteigen kann. Damit sie überhaupt erst den Boden unter den Füßen verlieren, brauchen Vögel Schubkraft. Dafür “rotieren” sie ihre Handschwingen, genauer gesagt: Sie stoßen die Flügelvorderkante nach vorne und ziehen sie dann nach unten.
Vom Prinzip her funktioniert ein Flugzeug nicht anders: Für den Schub sorgen die Turbinen und die Tragflächen halten den Flieger in der Luft. Wie ein Vogel bewegt sich das Flugzeug freilich nicht. Den Bewegungsablauf können Ingenieure auch noch nicht exakt imitieren – zumindest nicht im Großen. Kleine Flugroboter schaffen es aber schon. Bei seiner Recherche stieß Sven Achtermann auf “RoboRaven”. Den Flugapparat haben Forscher von Maryland Robotics Centers in den USA gebaut. Der künstliche Vogel besteht aus einem superleichten Plastikgestänge, das mit einer widerstandsfähigen Polyesterfolie überzogen ist. Für die nötige Schubkraft sorgt eine Batterie – und die typische Torsionsbewegung der Flügel. “RoboRaven” sieht zwar nicht wirklich aus wie ein Vogel, aber er bewegt sich wie einer. Den Eindruck hatte offenbar auch ein vorbeifliegender Habicht, der den Roboter kurzerhand vom Himmel holte.
natur-Autor Sven Achtermann stieß noch auf einen weiteren Flugapparat, der ihm bisher durch die Lappen gegangen war: den SmartBird. Er gleicht einem lebendigen Vogel sehr viel mehr als “RoboRaven”. Was die Flugkünste angeht, sind sich die beiden aber allemal ebenbürtig. Die Stuttgarter Firma Festo entwickelte den Smartbird nach dem Vorbild einer Silbermöwe. Für den bionischen Vogel verwendeten die Ingenieure Teile aus leichter Karbonfaser; das Vogelmodell wiegt nicht mehr als ein halbes Kilo bei einer Spannweite von zwei Metern. Im Rumpf stecken Batterie, Motor, Elektronik und ein Kurbelgetriebe, das die Flügel in Vogelmanier schlagen lässt.





