Schon vor 2,5 Milliarden Jahren gab es Sauerstoff in der Erdatmosphäre. Das ergaben Analysen eines Bohrkerns aus Westaustralien. Ariel Anbar von der Arizona State University in Tempe hatte den Gehalt an Molybdän, Rhenium und Uran in der 1000 Meter langen Bodenprobe gemessen. Die Menge dieser Elemente hängt vom Sauerstoff-Gehalt in der Luft ab. Mindestens 50 bis 100 Millionen Jahren vor dem Großen Oxidationsereignis vor 2,3 bis 2,4 Milliarden Jahren – dem schon länger bekannten rapiden Anstieg des Sauerstoff-Gehalts – müssen Mikroorganismen die Erdatmosphäre also mit dem „Abfall-Gas” der Photosynthese angereichert haben. Möglicherweise ist das sogar noch früher geschehen, wobei der Sauerstoff zunächst durch Reaktionen mit vulkanischen Gasen und Gestein chemisch gebunden wurde und nicht in der Luft blieb. Wodurch die rapide Sauerstoff-Freisetzung verursacht wurde, ist noch unklar.





