Mitglied der Jugenddelegation für Deutschland bei der UN-Naturschutzkonferenz. Botschafterin für die UN-Dekade der biologischen Vielfalt. Es sind beeindruckende Titel, mit denen Adina Arth sich schmücken kann. Hinter den wichtig wirkenden Worten steckt eine Studentin im Fach Nachhaltigkeitswissenschaft, der vor allem ein Themengebiet am Herzen liegt: der Schutz von Natur und Artenvielfalt.
„Natürlich ist Klimaschutz auch wichtig“, sagt sie. „Aber der Verlust von Natur und Artenvielfalt hat ebenso große Auswirkungen wie der Klimawandel. Trotzdem ist das Thema viel weniger im Bewusstsein der Menschen oder in den Medien. Und es wird noch weniger dafür unternommen“, fügt sie energisch hinzu. Und dann gibt es noch einen ganz einfachen Grund dafür, dass Adina Arth sich für Naturschutz interessiert: „Klima als solches ist ein ziemlich abstraktes Konzept. Das ist nichts im Gegensatz zur Natur. Zu der kann man hingehen, sie angucken, anfassen.“
Vor zwei Jahren bewarb sich Adina erfolgreich um einen Platz in der deutschen Jugenddelegation für die UN-Naturschutzkonferenz. Gemeinsam mit fünf anderen jungen Menschen aus Deutschland und vielen weiteren aus aller Welt nahm sie Ende 2018 an der Konferenz in Ägypten teil. Es ist das regelmäßige Treffen der Vertragsstaaten der UN-Biodiversitätskonvention, also das thematische Äquivalent zu den großen UN-Klimakonferenzen.
Vertreten und Mitreden
Als Jugenddelegierte hatte Adina, 25, dabei eine Doppelrolle: „Wie alle anderen Beobachter hatten wir bei der Konferenz Rederecht. Wir konnten vor Ort versuchen, Einfluss auf den Prozess zu nehmen, zum Beispiel zwischen Sitzungen auf den Gängen. Gleichzeitig ist unsere Aufgabe, das, was dort passiert, nach außen zu tragen, vor allem in unsere Generation.“
Eine ähnliche Rolle hat sie als Jugendbotschafterin für die UN-Dekade der biologischen Vielfalt. Als solche hält sie Vorträge bei Umweltorganisationen oder anderen interessierten Gruppen, war aber auch schon als Gast bei verschiedenen Podiumsdiskussionen eingeladen. Gerade diese Repräsentationsrolle sei eine große Herausforderung, meint sie. Auch innerhalb einer Generation gebe es schließlich unterschiedliche Ansichten. Aber: „Was unsere Generation vereint, ist, dass wir alle noch ziemlich lange zu leben haben. “Ihr Engagement für den Naturschutz versucht die Studentin auch in ihrem Alltag in Kiel und Berlin in möglichst viele Lebensbereiche einzubinden, von der Ernährung bis zur Kleidung, auch um anderen eine Inspirationsquelle zu sein. „Ich glaube, man sollte nicht unterschätzen, welchen Einfluss man auf Menschen im eigenen Umfeld haben kann“, sagt sie. Sie zeigt auf ihren knallblauen Strickpulli und grinst: „Der ist übrigens von meiner Oma.“
Artenschwund ist kein Problem der Natur





