Nach der Paarung befällt Zeckenweibchen die Fresslust: Der Appetit von Weibchen der afrikanischen Viehzecke steigt nach dem Sex etwa um das Zehnfache. Ein Eiweiß im Zeckensperma löst diesen Heißhunger aus, entdeckten die kanadischen Zoologen Brian Weiss und Reuben Kaufman. Dieses Protein könnte nun die Grundlage einer neuen Impfung gegen Zeckenbisse werden. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher der Universität von Alberta in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung: DOI: 10.1073pnas.0307529101).
Bei jungfräulichen Weibchen der Afrikanischen Viehzecke (Amblyomma hebraeum) nimmt das Körpergewicht nach einer Blutmahlzeit maximal um das Zehnfache zu. Wenn die Weibchen sich jedoch gepaart haben, steigern sie ihr Körpergewicht beim Fressen um das Hundertfache. Auslöser dieser ungebremsten Fresslust ist das Eiweiß Voraxin, wie die Forscher zeigen konnten. Als sie jungfräulichen Weibchen Voraxin injizierten, fraßen diese ebenso ungehemmt wie die begatteten Zecken. Diese großen Blutmengen brauchen die
Weibchen nach Ansicht der Forscher zur Bildung ihrer zahlreichen Eizellen.
Das Protein aus dem Sperma der Zeckenmännchen könnte nun möglicherweise bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Parasiten helfen. Diese übertragen bei ihren Blutmahlzeiten auch Krankheitserreger auf Menschen und Haustiere. Weiss und Kaufman gelang es, mithilfe von Voraxin Kaninchen zu einem gewissen Grade vor den Blutsaugern zu schützen. Sie injizierten dazu kleine Mengen des Proteins einigen Tieren, die daraufhin Antikörper entwickelten. Begattete Zeckenweibchen saugten auf diesen so immunisierten Kaninchen deutlich weniger Blut als auf unbehandelten Tieren. Die Forscher hoffen deshalb, aus dem Voraxin einen Impfstoff zu entwickeln, der Menschen insbesondere gegen das gefährliche Südafrikanische Zeckenfieber schützen könnte.
ddp/bdw ? Thomas Kappe





